Alnus glutinosa · Schwarzerle

ErlenzapfenBei der Schwarzerle Alnus glutinosa handelt es sich um einen mittelgroßen, sommergrünen Laubbaum, die zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae) zählt und vorallem in Europa ziemlich weit verbreitet ist.

Anzutreffen ist sie besonders in feuchten bis sumpfigen Gebieten wie zum Beispiel an den Ufern von Bächen und kleineren Flüssen und das macht die Erle für die Aquaristik auch so interessant, denn das Holz hält sich sehr ausdauernd unter Wasser. Daneben spielen die reifen Fruchtstände (Erlenzapfen) auch eine sehr große Rolle bei der Pflege von Fisch und Co. und was es damit auf sich hat, wie man sie wofür gut einsetzen kann und welche positiven Eigenschaften sie mitbringen, darauf möchten wir im nachfolgenden ein wenig eingehen.

Die schwarz-braunen Erlenzapfen machen im Aquarium nicht nur optisch was her, sondern wirken sich auch positiv auf das Wasser und den Bewohnern aus. Sie sind unter anderem reich an Gerbstoffen (Tannine) und Huminsäuren, welche eine leicht ansäuernde und desinfizierende Wirkung besitzen. Eingesetzt werden Erlenzapfen daher gerne bei Verletzungen, als natürlicher Schleimhautschutz sowie gegen Verpilzungen und bakteriellen Infektionen. Weiterhin können sie das Pflanzenwachstum durch Eintrag der Pflanzennährstoffe Stickstoff, Phosphor und Schwefel fördern.

Allgemein sollen die Aquarienbewohner durch den Einsatz von Erlenzapfen wesentlich agiler werden, kräftigere Farben zeigen und sich besser entwickeln. Was die keimreduzierende Wirkung betrifft, so wäre allerdings anzumerken, daß sie regelmäßige, großzügige Wasserwechsel nicht ersetzen können.

Erlenzapfen werden im übrigen gerne von Garnelen, Schnecken und Jungfischen abgeweidet und Krebse wie auch Harnischwelse haben sie glatt zum fressen gern. So tragen die kleinen Zapfen also auch viel zur Ernährung vieler Aquarienbewohner bei.

Erlenzapfen
Erlenzapfen
Erlenzapfen
Erlenzapfen
Erlenzapfen
Erlenzapfen
Erlenzapfen

Die bereits geöffneten, schwarz-braunen Erlenzapfen kann man sich selber ganz gut ab dem späten Herbst oder besser noch nach der frostigen Zeit im Frühjahr des folgenden Jahres weit ab von Straßen und Industrie sammeln. Wer nicht die Möglichkeit hat, kann bei anderen Aquarianern anfragen oder auf die im Handel erhältlichen zurückgreifen, wobei wir hier schon empfehlen, auf gute Qualität zu achten, um nicht enttäuscht zu werden.

Was die Dosierung angeht, gibt es sehr viele unterschiedliche Erfahrungen. Vorrangig kommt es unserer Meinung nach darauf an, wofür bzw. wogegen man sie einsetzen möchte. Da Erlenzapfen wie vorhin schon erwähnt, die Härte und den pH Wert senken und zudem das Wasser mehr oder weniger stark bräunlich einfärben, sind sie für Weich- und Schwarzwasseraquarien sehr zu empfehlen und da können es je nach Ausgangswerte und gewünschten Parametern gerne 1-2 Stück pro 10-15 Liter sein. Für Bewohner aus härterem, alkalischem Wasser wäre dagegen eine geringere Dosierung ratsam, nicht daß die Werte in unpassende Bereiche fallen.

Wir persönlich kommen mit 4 bis 6 Erlenzapfen auf etwa 100 bis 120 Liter Wasser gut aus, welche wir vorher getrocknet haben und dann ohne weitere Vorbehandlung direkt auf die Wasseroberfläche geben. Nach ein paar Tagen gehen sie dann von alleine unter und geben langsam ihre Wirkstoffe an das Wasser ab. Nachdosiert wird bei uns mit 1 bis 3 Stück alle 14 Tage, da sich dann so langsam die Wirkung erschöpft – die vorherigen dürfen aber weiterhin gerne im Aquarium bleiben, insofern sie bis dahin nicht eh schon aufgefuttert wurden. Am besten wird es sein, Du fängst erstmal klein an und schaust, was Deinen Schützlingen am besten zusagt.

Wie jedes andere Naturprodukt sind auch Erlenzapfen unterschiedlichsten Witterungen ausgesetzt, was bedeutet, daß sie die Wasserwerte nicht immer identisch beeinflussen, das Wasser mal mehr, mal weniger stark einfärben oder daß sie auch mal nicht mehr so effektiv gegen Krankheiten etc. wirken, wenn sie schon gut ausgelaugt sind. Daher gilt auch hier stets die Wasserwerte und die Aquarienbewohner im Auge zu behalten, die Dosierung entsprechend anpassen und bitte nur auf eigenes Risiko anwenden.

Neben den Erlenzapfen kann man – wie eingangs schon geschrieben – auch Äste und Wurzeln von Erlen im Aquarium verwenden sowie das braune Laub, was ebenfalls sehr gut aussieht und dem Aquarium einen natürlichen Touch verleiht, Huminsäuren und Gerbstoffen an das Wasser abgibt und als Nahrungsergänzung dient.

Danke


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