Betulae folium · Birkenblätter

Betulae folium · BirkenblätterBirken (Betula) zählen zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae) und sind schnellwachsende, sommergrüne Bäume und Sträucher, welche je nach Art bis zu 30 Meter hoch und gut 100 bis 150 Jahre alt werden können.

Die Blattknospen, Blätter, Rinden sowie der Saft und das Holz der Birken werden schon seit langer Zeit für viele Bereiche verarbeitet – von Kosmetik, über Pharmaindustrie bis hin zu Möbel und so weiter. In der Aquaristik sind vorallem die Blätter der Hänge- oder auch Sandbirke genannten Betula pendula von großer Bedeutung und darauf möchten wir nachfolgend ein wenig eingehen.

Die Blätter enthalten nennenswerte Mengen an Flavonoiden, Gerbstoffen, Methylsalicylat, ätherischen Ölen und Saponinen und werden vorwiegend zur Heilung von Geschwüren und Tumoren, Verletzungen, Verpilzungen sowie zur Behandlung von Fischtuberkulose eingesetzt.

Bei der Fischtuberkulose (kurz: FTBC) handelt es sich um eine bakterielle Infektion, deren Ursache verschiedene Arten von Mykobakterien sind. Auslöser für einen Ausbruch ist meist Streß, der das Immunsystem schwächt, wie zum Beispiel unpassende Aquariengröße und Einrichtung, Überbesatz, ungünstige Vergesellschaftungen, hohe Schadstoffbelastungen und allgemein ungünstige  Wasserwerte.

Fischtuberkulose breitet sich sehr schnell aus, endet für die Fische in der Regel tödlich und ist soweit nicht heilbar, weshalb das Hauptaugenmerk auf der Vermeidung einer Infektion liegen sollte, indem man beste Haltung und Pflege gewährleistet. Dennoch kann es immer mal zu einem Ausbruch kommen und hier haben Birkenblätter oft schon gute Dienste geleistet, wenn man frühzeitig reagiert, denn sie bewirken, daß die Erreger eingekapselt werden. Der Fisch ist damit zwar nicht geheilt, kann aber normalerweise gut weiterleben.

Zur Behandlung werden 20 Blätter auf 100 Liter Wasser empfohlen, womit wir selbst auch schon gute Erfolge hatten und die gibt man ohne Vorbehandlung direkt in das Aquarium. Nach ein bis zwei Tage gehen sie von alleine unter und nach gut 7 bis 10 Tagen sollten schon Besserungen zu sehen sein. Ob eine Nachbehandlung notwendig ist, müsste man im Einzelfall betrachten.

Betulae folium · Birkenblätter
Betulae folium · Birkenblätter
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Betulae folium · Birkenblätter
Betulae folium · Birkenblätter

Wie sonst auch, gilt es bei den Birkenblättern ebenso, daß ein Behandlungserfolg nicht garantiert werden kann, denn es handelt sich hier um ein Naturprodukt, welches unterschiedlichen Witterungen ausgesetzt ist und es kommt auch darauf an, wie weit die Infektion bereits fortgeschritten ist sowie natürlich auch, daß die Diagnose korrekt erfolgt ist. Wenn Du eine Behandlung versuchst, dann bitte auf eigenes Risiko, verwende nur die Blätter von unbelasteten Birken weit ab von Straßen und Industrie und überdosiere die Blätter nicht! In einigen Onlineshops für Aquaristik sind übrigens auch ganze oder geschnittene Birkenblätter erhältlich, falls Du bei Dir keine sammeln kannst.

Vor und nach der Behandlung führe bitte einen oder mehrere große Wasserwechsel durch, um die Keimdichte zu senken und optimiere anschließend die Haltungs- und Pflegebedingungen, sonst kann es immer wieder zu einem Ausbruch kommen. Die Behandlung bitte auch stets im Hauptbecken durchführen, da sich die Erreger nicht nur auf dem Fisch befinden, sondern überall im Aquarium vorhanden sind. Sollte etwas auffällig sein, dann wäre die Behandlung umgehend abzubrechen und ein oder mehrere große Wasserwechsel, natürlich wieder mit an Härte, pH-Wert und Temperatur angepasstem Wasser, durchzuführen.

Zwischendurch hier und da mal ein Blättchen schadet sicherlich nicht, jedoch raten wir von einem Dauereinsatz ab, da sich Resistenzen entwickeln können und die Blätter dann womöglich nicht mehr anschlagen, wenn man die positiven Eigenschaften bräuchte. Ebenso würden wir keine Rinde der Birke dauerhaft einsetzen, da auch sie diverse therapeutisch wirksame Bestandteile enthält.


Interessant ist im übrigen noch, daß das die Fischtuberkulose auslösende Mycobacterium auch auf den Menschen und andere Säugetiere durch kleine Hautverletzungen übertragen werden kann. Kommt es zu einer Infektion, dann spricht man beim Menschen von einem sogenanntem Schwimmbad- bzw. Aquariengranulom, was normalerweise aber gut und ohne großem Aufwand schnell heilbar ist.


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