Boraras brigittae · Moskitobärbling

Boraras brigittae · Moskitobärbling

In der Natur bewohnen die kleinen Moskitobärblinge Boraras brigittae Schwarzwassersümpfe und langsam fließende Schwarzwasserbäche Südborneos. Typisch für solche Gewässer ist sehr weiches, saures Wasser, welches mehr oder weniger stark bernsteinfarben eingefärbt ist. Dicke Laubschichten, Äste und Zweige sowie eine zum Teil dichte Vegetation gehört auch dazu.

Aus diesem Grund pflegen wir unsere Zwerge ebenfalls in weichem, saurem Wasser (aktuell bei GH 4, KH 2 und pH 6,0 bei einer Temperatur von etwa 24-26°C). Was die Einrichtung betrifft, so achten wir auf eine gute Randbepflanzung mit stellenweise flutenden Pflanzen, damit sich Schattenbereich ergeben sowie auf etwas Struktur für Rückzugsmöglichkeiten und haben auf dem dunklen, sandigen Bodengrund immer einiges an Laub, Erlenzapfen und Moorkienholz.

In Sachen Aquariengröße gibt es oft viel unterschiedliches zu lesen und zu sehen, wobei oft gesagt wird, daß sich diese Nanofische auch für Nanoaquarien eignen würden. Vor ein paar Jahren wie wir unseren Trupp bekommen hatten, setzten wir ihn aufgrund solcher Infos in einem 30 Liter Cube ein, der gut bepflanzt und nicht zu stark beleuchtet war. Wochenlang starrten wir auf ziemlich bleiche Fische, die entweder nur doof in der Gegend rum standen oder das typische nervöse Scheibenschwimmen zeigten. Der Anblick war wirklich nicht schön, absolut nicht harmonisch und daraufhin richteten wir ihnen ein 125 Liter 80 cm langes Aquarium ein und stockten sie noch ein wenig auf. Seitdem waren sie wie verwandelt – wüssten wir es nicht besser, hätten wir gesagt, daß wir da ganz andere Fische hatten. Auf einmal zeigten sie eine kräftige Färbung, sie zogen sowohl gemeinsam als auch in kleineren Trupps abwechselnd durch das Aquarium, wobei sie da schon mal so richtig gas geben und sie futterten seitdem auch viel besser. Von Unsicherheiten, Nervosität, Streß, Scheu und Schreckhaftigkeit war keine Spur mehr zu beobachten.

Aus unseren inzwischen jahrelangen Beobachtungen dieser kleinen Fische, empfehlen wir sie nur noch ab 54 Liter 60x30x30 cm in einem Trupp ab wenigstens 10-15 Artgenossen, wobei je größer das Aquarium und je größer der Trupp, desto schöner kommt ihr wunderbares Aussehen und Verhalten zur Geltung, was für den Betrachter auch viel angenehmer und entspannter ist.

Die Vergesellschaftung kann etwas heikler sein, denn die Moskitobärblinge sollten optisch nicht untergehen, bei der Fütterung nicht zu kurz kommen und der Mitbesatz sollte den etwa 1,5 bis gut 2 cm kleinen Schönheiten natürlich auch nicht auf die Schuppen rücken. Gute Erfahrung haben wir unter anderem mit Dornaugen · Pangio kuhlii gemacht sowie mit Ohrgitterharnischwelsen der Gattung Otocinclus, da diese in Sachen Wasserwerte und allen anderen Belangen gut mit den Bärblingen harmonieren. Mit Zwerggarnelen gibt es bei uns absolut kein Problem und konnten auch noch nie beobachten, daß sich ein Moskitobärbling mal an einer vergriffen hätte, wobei für die Garnelen natürlich dennoch ausreichend Schutz in Form von feinfiedrigen Pflanzen, Moosen und dergleichen empfehlenswert ist.

Was die Ernährung betrifft, so wird fast alles angenommen, hauptsache es passt in das kleine Mäulchen und auch wenn Fertigfutter wie Flocken und Granulat meist angenommen wird, raten wir auf jedenfall möglichst oft Frost- und Lebendfutter anzubieten. Auf dem Futterplan stehen bei uns abwechselnd Artemianauplien, Bosmiden, Cyclops, Moina sowie noch sehr kleine oder fein gehackte weiße Mückenlarven und JBL Plankton Pur S. Wichtig finden wir, sie nicht zu überfüttern, was bei ihrer Größe schnell mal passieren kann. Lieber dann zwei oder drei mal täglich wirklich ganz wenig geben und der ein oder andere Fastentag in der Woche schadet auch nicht, wobei in einem gut laufendem Aquarium eh immer genügend Kleinstlebewesen vorhanden sind, denen sich die kleinen Flitzer ebenfalls gerne annehmen.

Boraras brigittae · Moskitobärbling


Im übrigen…

Eine ähnlich aussehende, jedoch nicht so farbenprächtige Art ist Boraras urophthalmoides, welche oft fälschlich als Boraras brigittae angeboten wird.

Ganz interessant ist weiterhin noch der Gattungsname „Boraras“, welcher ein Anagramm zu „Rasbora“ ist.

→ boraras ‹› rasbora

Die Gattung Boraras wurde erst viel später eingeführt und bezieht sich gegenüber den Rasbora auf das umgekehrte Verhältnis von Körper- zu Schwanzwirbeln. Daher sind die Boraras brigittae oftmals noch unter der alten Bezeichnung Rasbora brigittae zu finden. Weitere Boraras-Arten wären unter anderem Boraras merah, Boraras maculatus und Boraras micros.