Panzerwelse und ihre Barteln

Corydoras aeneus BartelnPanzerwelse ernähren sich in der Natur vorwiegend von im Bodengrund lebenden Tierchen wie kleine Würmer und ähnlichem. Um diese aufzuspüren sind sie auf ein besonderes Tastorgan angewiesen › ihre Barteln.

Bilden sich an den Barteln der Panzerwelse üble Entzündungen, Verpilzungen oder verlieren sie sogar ihre Barteln, so wird schnell dem Bodengrund die Schuld gegeben – man müsse unbedingt sehr feinen, weichen und kantengerundeten Sand verwenden, heißt es dann oft. Ob das so stimmt und wie man dem entgegenwirken kann – darüber möchten wir nachfolgend berichten…

Von AquaNetTV gibt es genau zu diesem Thema auf Youtube ein sehr interessantes und informatives Video und dieses möchten wir Dir nachfolgend gerne vorstellen.

Quelle: Youtube · AquaNetTV · Corydoras auf scharfem Kies im natürlichen Biotop · www.youtube.com/watch?v=yGx__0JDZls

Panzerwelse kommen also in ihrer natürlichen Umgebung nicht nur auf Sand vor, sondern leben auch auf steinigem, teils sogar sehr scharfkantigem Bodengrund und das wie man sieht sehr gut. Woran liegt es nun, daß immer wieder Entzündungen und Verpilzungen an den Barteln vorkommen?

Unserer Beobachtung nach, hat das weniger mit der Art des Bodengrunds zu tun, sondern eher mit der Keimdichte am bzw. im Bodengrund und die kann in unserem geschlossenem System (Aquarium) doch recht hoch ausfallen, da hier im Gegensatz zur Natur ein verhältnismäßig geringer Wasseraustausch und „Abtransport“ gegeben ist. Die Welse gründeln fast unentwegt im Boden und kommen dadurch ständig mit den Bakterien und allgemein mit verschiedenen Keimen in Kontakt, denen es besonders dann ein leichtes ist, wenn mal kleinere Verletzungen vorliegen. Wir alle kennen das doch – schneidet man sich mit dem Finger an einem Blatt Papier, so passiert in der Regel recht wenig, vorallem wenn die Wunde anschließend gut gespült und verpflastert wird. Wühlt man aber mit der offenen Wunde fleißig im Dreck, so gibt es mit aller Sicherheit eine tolle Infektion und so ist es auch bei den Welsen.

Die Barteln brauchen ein gewisses Feingefühl, damit die Welse ihre Nahrung aufspüren können, müssen aber auch entsprechend viel aushalten. Daher gehört schon ein wenig mehr dazu, bis es zu ernsthaften Verletzungen kommt und aus diesem Grund stimmen wir der Aussage, daß Panzerwelse zwingend Sand bräuchten, nicht gänzlich überein. Wir weisen da der Aquarienpflege viel mehr Bedeutung zu, also regelmäßig große Wasserwechsel, gute aber nicht zu sterile Beckenhygiene, möglichst ungestörtes biologisches Gleichgewicht, nicht übermäßig viel füttern und so weiter.

Wir bei uns hier pflegen schon seit vielen Jahren die verschiedensten Panzerwelse auf unterschiedlichsten Bodengrundsorten und Körnungen und in all den Jahren gab es keinen einzigen Fall von entzündeten, verpilzten oder schmelzenden Barteln und wir konnten auch absolut keine Verhaltensunterschiede feststellen. Selbst da wo kleine bis große Lavasteine mit im Aquarium sind, schrubbern sie drüber und hatten noch nie diesbezüglich verletzte oder abgetrennte Barteln oder Maulfäule und dergleichen. Übernahmen wir jedoch Panzerwelse, welche keine Barteln mehr besaßen, stellten wir meist fest, daß die Aquarienpflege oft sehr vernachlässigt wurde, hohe Schadstoffansammlungen nachgewiesen werden konnten und meistens auch übermäßig viel mit eher minderwertigen Sorten gefüttert wurde. In solchen Aquarien haben es Panzerwelse, aber auch der restliche Besatz und ebenso die nützlichen Bakterien und Kleinstlebewesen sehr schwer.

Sand oder wenigstens feiner, kantengerundeter Kies ist aber dennoch eine gute Wahl bei Panzerwelsen, da dort weniger Futterreste versinken, wodurch sich viele Keime oder Gammelherde bilden könnten. Doch muß auch hier alles andere passen inklusive der Aquarienpflege, sonst kann es trotz alledem zu Problemen an den Barteln kommen.

Etwas vorsichtig sind wir allerdings mit gefärbten bzw. kunststoffummanteltem Bodengrund. Bei solchen Sorten ist es nicht ungewöhnlich, daß sich die Beschichtung unter anderem durch Eigenabrieb mit der Zeit löst. Diese feinen Partikel können von diversen Bodenbewohnern beim gründeln aufgenommen werden, wodurch es zu Verdauungsstörungen bis hin zu Verschluß kommen kann. Möchtest Du aber nicht auf solchen Sand oder Kies verzichten, dann achte unbedingt auf eine gute Qualität und wasche den Bodengrund nur mit kaltem bis handwarmen Wasser aus.


Treten dennoch einmal Entzündungen an den Barteln auf, so bitte unbedingt nach der Ursache suchen und diese beheben, dann wachsen die Barteln normalerweise auch langsam wieder nach. Wir empfehlen zudem die Wasserwechselintervalle zu verkürzen und gerne auch mehr als 50% zu wechseln –selbstverständlich langsam mit an Wasserwerte und Temperatur angepasstem Wasser durchführen. Naturprodukte wie Erlenzapfen, Seemandelbaumblätter, Walnußlaub (grün), Bananenbaumblätter und ähnliche können weiterhin sehr hilfreich sein, da diese Dinge sich sehr positiv im Kampf gegen bakterielle Infektionen und Verpilzungen auswirken. Da jedes Aquarium anders ist und falls Du Dir nicht sicher sein solltest, was die Dosierung betrifft, so halte bitte stets Rücksprache mit erfahrenen Aquarianern, nicht daß es durch Überdosierung oder aufgrund von Wechselwirkungen weitere Probleme gibt. Danke

Barteln der Panzerwelse Barteln der Panzerwelse
Links: Corydoras habrosus ohne Barteln · Rechts: Corydoras aeneus mit kräftigen, gesunden Barteln