Sitzbretter für Sittiche (Teil 2)

Unsere Racker, die Nymphen- und Wellensittiche, bekommen mal wieder einen Teil ihrer Einrichtung in der Voliere erneuert. Dazu basteln wir uns die Sachen auch wieder selbst, denn das kommt viel günstiger, macht irre Spaß, ist auch garnicht schwer und wir wissen somit auch ganz genau was an Material Verwendung findet, denn im Handel ist zwar viel erhältlich, jedoch ist nicht jedes Teil immer unbedenklich für die kleinen Federbällchen.

Da wir zudem immer etwas Abwechslung bieten möchten, basteln wir diesmal an ein paar neuen Varianten, welche wir nachfolgend im Detail vorstellen möchten…


In unserem ersten Teil über Sitzbretter und Schaukeln für Sittiche sind wir bereits auf ein paar wichtige Dinge eingegangen. Kurz zusammengefasst verwenden wir nur Materialien, welche für die Vögel verträglich sind – so unter anderem unbehandeltes, ungespritztes Buchenholz sowie Äste von diversen Obstbäumen, keine verzinkten Schrauben und Beilagscheiben und dazu geflochtene ebenfalls unbehandelte Baumwollseile ohne Seele (Einlage). Natürlich achten wir noch gut darauf, daß sich die Racker nicht einklemmen bzw. allgemein verletzen können.

Also los geht’s…

  • Größeres Sitzbrett mit Schaukel

Für dieses Sitzbrett haben wir uns für eine längliche Version entschieden worauf später auch mal eine kleine oder mittelgroße Schale stehen kann.

Zuerst haben wir die geplanten Schalen ausgemessen und das Brett anschließend ein klein wenig größer zurechtgesägt, denn wir möchten noch ein paar Halterungen daran befestigen. Den beiden vorderen Ecken haben wir eine kleine Rundung verpasst und alle Kanten und Flächen (wie bei den weiteren Bauteilen auch) mit einem Schmiergelpapier gut entgratet und glatt geschliffen, damit Verletzungsrisiken so gut es geht minimiert werden.

Eine niedrige Anflugstange soll das Landen auf dem Brett erleichtern, welche wir mit einem Bucherundstab umgesetzt haben. In diesen sowie in das Brett bohrten wir vom Abstand her passend je zwei 6mm Löcher und haben beide Teile mit unseren beliebten Holzdübeln (6mm) verbunden. Diese haben den Vorteil, daß das Brett zur Reinigung schnell zerlegt werden kann. Wird sauber gearbeitet, so daß die Dübel gut sitzen, braucht es dann auch keinerlei Schrauben oder Kleber.

Weiter geht es mit einer kleinen Sitz- und Klettermöglichkeit für die linke Seite des Brettes. Hierfür haben wir zwei verschieden lange Stücke eines Bucherundstabes verwendet. Die Befestigung erfolgte ebenfalls mit Holzdübeln und im oberen Bereich haben wir noch je ein Loch durchgebohrt, in die wir ein Stück Baumwollseil durchgezogen haben. Die Enden des Seils wurden einfach gut verknotet.

Schaukeln tun unsere Racker stets gerne und daher haben wir dem Brett noch eine mittelgroße Schaukel verpasst. Da noch etwas vom Bucherundstab und dem Baumwollseil übrig war, wurden diese gleich dafür verwendet. Die Vorgehensweise war hier wieder die selbe. Zuerst zwei etwa 4 cm lange Holzstücke angefertigt, für die Befestigung an der Unterseite des Brettes je ein Loch gebohrt und mit Holzdübel verbunden. Weiterhin noch ein Teil etwa so lang wie das Brett breit ist, vorbereitet und mit entsprechenden Löchern letztendlich die drei Holzteile mit dem Baumwollseil verbunden. Wenn man möchte, kann man rechts und links am Seil ein paar Spielsachen wie Holzkugeln und Scheiben, Korkstücke, pflanzlich gegerbtes Leder oder wie auch immer befestigen. Da wir sowas allerdings schon zu genüge in der Voliere haben, blieb diese ohne weiterer Bestückung.

Zum Schluß haben wir nur nochmal alle Verbindungen überprüft, um zu sehen, daß die Holzdübel gut sitzen und ebenso noch kontrolliert, daß nirgends scharfe Kanten vorhanden sind sowie daß sich keiner einklemmen kann. Die Befestigung am Gitter erfolgt über drei Edelstahlschrauben, für die wir hinten am Brett passende Löcher vorgebohrt haben.

Fertig ist das neue Sitzbrett und war auch echt nicht schwer zu basteln. Die Vögel haben darauf gut Platz, können auf ihm spielen und klettern, unten schaukeln und wir können nach Belieben auch mal eine Badeschale oder einen Naschnapf auf das Brett stellen.

Sittiche | Sitzbrett mit Schaukel
Sittiche | Sitzbrett mit Schaukel
Sittiche | Sitzbrett mit Schaukel
Sittiche | Sitzbrett mit Schaukel

  • Eckbrett mit Sitzstange

Die Ecken einer Voliere sind meist recht kahl und ungenutzt, weshalb wir da auch immer etwas befestigen – wie zum Beispiel ein solches Eckbrett.

Der Bau dieses Brettes war ziemlich identisch mit dem vorherigen. Für die Rundung haben wir einfach einen Teller als Vorlage verwendet (mit Bleistift vorgezeichnet) und anschließend mit der Stichsäge zurechtgesägt. Die Kanten und Flächen wurden hier bei allen Teilen ebenfalls wieder gut entgratet und geglättet.

Zudem haben wir auch bei diesem eine Anflugstange angebracht, welche diesmal allerdings etwas höher ausfällt. Dazu verwendeten wir wieder einen Bucherundstab, den wir in drei Stücke mit gerader Kante geschnitten haben – die zwei kürzeren Stücke natürlich gleich lang. Mit unseren 6 mm Holzdübeln haben wir dann alles miteinander verbunden.

Für die Befestigung am Gitter bohrten wir an den Schenkeln des Bretts je zwei Löcher vor und schraubten es mit Edelstahlschrauben fest.

Fertig ist das zweite Brett und auch das war alles andere als schwer. Wenn man möchte kann man auf diesem auch ein paar lose Spielsachen, kleine Ästchen, etwas Heu oder Stroh darauf geben, einen Naschnapf hinstellen oder wie wir es machen, einen selbstgebauten Hirsebaum darauf stellen.

Sittiche | Eckbrett mit Sitzstange
Sittiche | Eckbrett mit Sitzstange
Sittiche | Eckbrett mit Sitzstange
Sittiche | Eckbrett mit Sitzstange
Sittiche | Eckbrett mit Sitzstange

Im übrigen…
Bisher hatten wir bei der Befestigung immer Beilagscheiben aus Edelstahl verwendet. Das machen wir inzwischen nicht mehr, denn Sitzstangen und Sitzbrettchen waren durch die geringe Dicke der Scheiben immer sehr nah am Gitter, wodurch ein kleiner Spalt seitlich davon blieb und die Vögel so immer wieder mal mit den Krallen hängen geblieben sind.

Jetzt machen wir uns unsere Beilagscheiben aus etwa 4-5 mm dicken Holzscheiben selbst. Das ist auch wirklich einfach – geht mit einer üblichen Handsäge oder einer Stichsäge sehr gut. Mit einem entsprechend großem Bohrer wird dann noch ein Loch mittig gebohrt. Somit bleiben Bretter und Sitzstangen etwas weiter vom Gitter weg, so daß sich keiner mehr einklemmen kann, die Vögel können sogar nach Lust und Laune daran knabbern und wir sparen uns das Geld für die Edelstahlbeilagscheiben.

Die Befestigung erfolgt wie bei anderen Beilagscheiben auch. Zwischen Gitter und dem Brett bzw. der Sitzstange eine Beilagscheibe und von außen am Gitter eine Scheibe. Als Schrauben verwenden wir je nach Verfügbarkeit entweder Stockschrauben mit Flügelmuttern aus Edelstahl oder normale Edelstahlschrauben – flexibler ist man allerdings mit der ersten Variante, gerade dann wenn man die Teile mal reinigen muß. Wie oben schon erwähnt, verwenden wir bei unseren Vögeln keine verzinkten Teile, da damit die Gefahr besteht, daß sich die Vögel eine Vergiftung zuziehen, wenn sie daran knabbern!

Ja und das war es dann erstmal auch wieder. Weitere Brettchen sind bereits in Planung bzw. schon vorbereitet und die stellen wir demnächst noch vor.

Danke