Torfkanone

Mini TorfkanoneEine Torfkanone ist was ganz feines, wenn das Aquarienwasser etwas weicher (niedriger GH-Wert) und sauerer (pH unter 7,0) sein soll – zum Beispiel für verschiedene südamerikanische Buntbarsche, Salmler, Welse und dergleichen, welche aus Weich- und Schwarzwasserbereichen stammen.

Die Ansäuerung mit Gerbstoffen und Huminsäuren kommt solchen Fischen sehr entgegen und ist absolut natürlich für sie. Je nach benötigter Wassermenge kann man sich hierfür eine große aber auch eine kleine Torfkanone ganz schnell selber bauen und das schöne ist, es entstehen dabei kaum Materialkosten.

Da wir für eine große Torfkanone nicht wirklich Platz haben, welche oft auch sehr unhandlich sind, haben wir uns für eine Minitorfkanone entschieden und über die möchten wir hier gerne berichten…

Benötigtes Material:

  • eine leere, saubere 1 bis 1 1/2 Liter PET Flasche
  • Filterwatte oder feinen Filterschwamm
  • Cutter oder Schere
  • und natürlich unbehandelten Torf

Am effektivsten ist Weißtorf, aber auch Schwarztorf funktioniert schon ganz gut. Man kann die Torfkanone auch etwas pimpen, wenn man ein paar zerkrümelte Erlenzapfen untermischt, damit sie sich gleichmäßig mit dem Torf vermischen. Nachteil davon ist allerdings, daß sich das Wasser noch stärker einfärbt, was nicht jedermanns Geschmack ist, allerdings kommt gerade auch dieses bernsteinfarbene Wasser für Schwarzwasserfische, für die wir solches Wasser verwenden möchten, sehr entgegen.

Aber zurück zum Bau unserer kleinen Torfkanone. Zuerst wird der Boden der PET-Flasche sauber abgeschnitten und entgratet, damit möglichst keine scharfen Kanten entstehen. Danach die Flasche auf den Kopf stellen, so daß der abgeschnittene Boden nach oben zeigt. Durch die große Öffnung bringen wir etwas Filterwatte oder feinen Filterschwamm ein, was notwendig ist, damit der Torf nicht durchrutschen kann und anschließend wird die Flasche mit Torf aufgefüllt. Zum Schluß kann man nochmal etwas Filterwatte oder feinen Filterschwamm dazu geben, was verhindert, daß hier auch keine Torfteilchen aufschwimmen können und womöglich dann im gefiltertem Wasser landen und schon ist die kleine Torfkanone fertig.

Wer möchte, kann noch zwei Löcher in den oberen Flaschenbereich machen und eine Schnur, etwas Wäscheleine oder ähnliches durchfädeln, damit die Torfkanone am Wasserhahn aufgehängt werden kann oder man baut sich aus Holz, Kunststoff oder ähnlichem eine Art Aufsatz für den Eimer.

Die Verwendung der Torfkanone ist ganz einfach. Man bringt die Torfkanone mit der großen Öffnung nach oben zeigend unter dem Wasserhahn an und platziert daunter einen aquarientauglichen Eimer. Nun lässt man Wasser durch die torfgefüllte Flasche laufen – dabei gilt, je langsamer, desto besser wird das Wasser angesäuert. Das im Eimer aufgefangene torfgefilterte Wasser ist dann sofort einsatzbereit. Je nachdem wieviel Wasser benötigt wird, wiederholt man den Vorgang entsprechend.

Wie lange der Torf in der Flasche ansäuert, kommt auf die Qualität des Torfes an und wieviel man eben braucht. Daher bitte die Wasserwerte immer schön kontrollieren – auch wenn man eine neue Torfpackung einfüllt, denn selbst beim gleichen Hersteller können sich je Packung die Werte leicht unterscheiden, denn schließlich ist Torf ja auch ein Naturprodukt. Ist der Torf in der Flasche ausgelaugt, dann wird er ausgetauscht. Den verbrauchten Torf kann man in den Komposter geben oder auch Zimmerpflanzen damit beglücken, die ein etwas säuerliches Milieu mögen.

Mini Torfkanone

Und wer es ganz raffiniert macht und seine Wasserwechsel per Schlauch über Dusche oder Badewanne durchführt, der kann auch aus einem alten Mulmsauger oder ähnlichem eine kleine Torfkanone bauen und diese dann an den Schlauch aufstecken mit dem das Wasser in das Aquarium geleitet wird.

So könnte das dann aussehen…

Torfkanone mit Wasserwechselset Torfkanone mit Wasserwechselset

Wie letztens schon geschrieben, führen wir inzwischen unsere Wasserwechsel nur noch mit dem JBL Aqua-In-Out Wasserwechselset durch und möchten uns da jetzt endlich mal eine kleine Torfkanone mit einbauen, die wir dabei auch gleich noch ein wenig verbessern möchten. Sobald wir damit loslegen, werden wir diesen Bericht hier entsprechend erweitern. Daher schau einfach immer mal vorbei und halte Ausschau nach Updates.

Bitte immer daran denken!
Veränderst Du etwas am Wasser, dann gehe dabei stets langsam und behutsam vor – immer in kleinen Schritten, damit weder Pflanzen noch Tiere gestresst werden oder gar Schaden nehmen, durch zu abrupte Veränderungen und natürlich immer schön die Wasserwerte im Auge behalten.

Danke


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