Urtica sp. · Brennnesseln

Mit über 50 Gattungen und gut 2600 Arten ist die Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae) sehr vielfältig. Darunter sind in Deutschland bzw. Europa vorallem die kleine Brennnessel (Urtica urens) sowie die große Brennnessel (Urtica dioica) weit verbreitet und so ziemlich jedem bekannt.

Brennnesseln waren früher sehr beliebt, wurden später jedoch mehr als Unkraut angesehen und sind in den letzten Jahren wieder stark im Kommen und das aus gutem Grund, denn Brennnesseln sind sehr gesund. Nicht nur der Mensch kann ihnen unter anderem für Ernährung und Körperpflege etwas abgewinnen, sondern sie sind auch für diverse Tiere als Nahrungsergänzung interessant, wie in unserem Fall für Garnelen, Flußkrebse, Schnecken und diverse Harnischwelse sowie auch für unsere Sittiche.

Brennnesseln weisen einen hohen Gehalt an Flavonoiden auf, welche eine antioxidative Wirkung besitzen. Sie sind weiterhin sehr eiweißreich und beinhalten eine Menge Vitamine und Mineralstoffe wie zweimal mehr Vitamin C als Orangen, dazu Vitamin A, Kalzium, Magnesium, Silizium und Eisen.

Gesammelt werden die Blätter überwiegend im Sommer weit ab von Straßen und Industrie und auch Felder meiden wir wegen möglicher Dünger- und Pestizidrückstände. Dabei bevorzugen wir möglichst saftig grüne, frische Triebe, da diese am gehaltvollsten sind. Leider findet man im Winter nicht immer welche, weshalb wir uns rechtzeitig bevorraten und geben den Überschuß einfach in die Gefriertruhe. Da unsere Sittiche eher die getrockneten Blätter bzw. Büschel mögen – vorallem in der Schredderbox kommen sie sehr gut an, hängen wir noch einen Teil kopfüber, locker zum trocknen an die Wäscheleine. Danach luftig aufbewahrt, zum Beispiel in einem Jutesäckchen, haben wir so immer einen Vorrat und können davon ohne weitere Behandlung ganz nach Bedarf etwas den Flauschis geben.

Vor der Verfütterung der Brennnesselblätter an unsere Garnelen, Flußkrebse, Schnecken und Harnischwelse überbrühen wir je nach Menge der Tiere wenige frische, eingefrorene oder getrocknete Blätter mit aufgekochtem Wasser und lassen sie wenigstens eine Stunde, maximal über Nacht darin ziehen. Der Grund dafür ist, daß dieser Vorgang die Brennhaare zerstört und die Fasern aufbricht, so daß die Blätter schneller untergehen und von den Wasserbewohnern leichter zerlegt und gefressen werden können. Den Sud braucht man jedoch nicht weggießen, denn der ist ein guter Dünger für viele Zimmer- und Gartenpflanzen, was uns noch zu einem Punkt bringt…

Von Brennesseln bitte nicht zuviel und nicht zu oft füttern, denn ein guter Brennnesselwuchs gilt als Zeiger für einen stickstoffreichen Boden und so ist es nicht verwunderlich, daß es wahre Nitratbomben sind. Weiterhin bitte nicht an nierenkranke Vögel geben, denn Brennnesseln wirken entwässernd!

Danke

Brennnesseln, Urtica | Quelle: Pixabay.com, Hans (CC0 Public Domain)