Wasseraufbereiter

Tropical Esklarin WasseraufbereiterNeben Wasserwechsel sind Wasseraufbereiter wohl das mit am häufigsten diskutierte Thema in der Aquaristik und nicht selten bricht deswegen ein regelrechter Glaubenskrieg aus.

Viele sagen Wasseraufbereiter wären absolut unnütz, bringen nichts und sind nur rausgeworfenes Geld. Die Gegenseite argumentiert dagegen meist, daß sie sich einfach sicherer fühlen, wenn sie Wasseraufbereiter nutzen.

Doch was hat es mit Wasseraufbereiter eigentlich genau auf sich? Was sollen sie bringen und gegen was wirken sie? Darauf möchten wir nachfolgend ein wenig eingehen und schreiben auch von unserer Sicht der Dinge…

Wasseraufbereiter gibt es in zig Varianten mit den verschiedensten Zusätzen sowie speziell für Teiche, Meerwasseraquarien und natürlich auch für Süßwasserbecken, wobei hier auch gerne zwischen Fisch- und Wirbellosenbesatz unterschieden wird. Die Hersteller versprechen, daß mit Wasseraufbereiter das Wasser für die Aquarienbewohner gerecht aufbereitet wird, daß Chlor, Kupfer und andere Schwermetalle unschädlich gemacht werden. Je nach Zusatz, unter anderem durch Dexpanthenol, Aloe Vera, Seemandelbaumextrakten oder dergleichen sollen weiterhin die Kiemen, Schleimhaut und Flossen der Fische geschützt und die Panzer von Garnelen und Krebse gestärkt werden. Zudem gibt es noch Wasseraufbereiter welche mit extra Vitaminen versetzt sind, um das Immunsystem anzuregen oder auch welche mit Bakterienkulturen um die wichtigen nitrifzierenden Nutzbakterien anzukurbeln.


  • Wasseraufbereiter wann und wie verwenden?

Wasseraufbereiter wird in der Regel jeder Frischwasserzufuhr bei neu eingerichteten Aquarien sowie beim Wasserwechsel nach Dosierungsempfehlung des Herstellers zugegeben. Wer die Wasserwechsel über Eimer oder Gießkanne durchführt, gibt den Wasseraufbereiter entsprechend dosiert in den mit Frischwasser gefüllten Behälter, wartet ein paar Minuten und gibt dann das aufbereitete Wasser vorsichtig in das Aquarium. Wer Wasserwechsel über einen an den Wasserhahn angeschlossenen Schlauch durchführt, gibt den Wasseraufbereiter am besten nach und nach direkt in den Wasserstrahl beim auffüllen des Beckens, damit er sich gleich gut im Aquarium verteilt.

  • Wann kann man Wasseraufbereiter noch verwenden?

Zusätzlich zu neu einrichteten Aquarien und beim Wasserwechsel kann man Wasseraufbeiter auch noch bei Transport und während der Eingewöhnung der Aquarienbewohner verwenden sowie unterstützend bei kleineren Verletzungen und nach Streß. Vorallem solche mit Vitaminzusätzen und Dexpanthenol oder Seemandelbaumextrakte sind da sehr gut geeignet, da sie die Wundheilung fördern, das Immunsystem anregen und auch etwas beruhigend wirken können.

Tropical Esklarin Wasseraufbereiter


Warum geht es bei einigen seit Jahren ohne Aufbereiter?

Warum kommen aber viele oft schon seit vielen Jahren ohne Wasseraufbereiter aus und bei anderen geht es ohne garnicht? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, denn es können hier viele verschiedene Faktoren zutreffen. Das kann zum Teil einfach nur Glück bisher gewesen sein oder aber auch, daß durch diverse Filtermedien wie Zeolith und Aktivkohle schlimmeres verhindert wurde oder einfach Tierchen gepflegt werden, welche auf manche Stoffe im Leitungswasser einfach nicht sehr empfindlich reagieren.

Je nach Bewohner bringt ein Messen des Wassers auch nicht unbedingt etwas, denn bei manchen sind schon geringe Mengen z.B. an Kupfer gefährlich bevor unsere üblichen Wassertests überhaupt etwas anzeigen oder es befindet sich ein Stoff im Wasser, den wir ohne größeres Labor garnicht testen können.

  • Kupfer und andere Schwermetalle

Hier kommt es unter anderem darauf an, wie neu oder alt die Wasserleitungen sind. In den Kupferrohren lagert sich zwar mit der Zeit eine Kalkschicht an, so daß sich das Leitungswasser nicht mehr mit Kupfer und anderem anreichert, doch wäre zu bedenken, daß sich diese „Schutzschicht“ auch mal, zum Beispiel durch eine Innenrohrsanierung, löst. Vielen Fischarten macht Kupfer eher weniger was aus – so findet man auch in einigen Medikamenten oder Anti-Algenmittel Kupfer in der Zusammensetzung, doch bei Wirbellosen wie Garnelen, Krebsen und Schnecken sowie bei einigen Wels- und Schmerlenarten kann das ganz anders aussehen, denn sie reagieren oft schon auf kleine Mengen an Kupfer sehr empfindlich und da bringt es meist auch nichts, das Leitungswasser vorher ein bis zwei Minuten ablaufen zu lassen.

Dann kommt noch dazu, welche Temperatur das Wechselwasser haben sollte, damit es nicht zu Streß, Schockhäutungen, Schleimhautschäden oder gar zur Gasblasenkrankheit etc. kommt. Jemand, der nur ein oder zwei, womöglich nicht zu große Becken hat, kann in der Regel gut kaltes Wasser abzapfen, es in einem Eimer oder ähnlichem auf Raumtemperatur kommen lassen oder es mit einem Heizstab vorher auf die gewünschte Temperatur aufheizen. Doch jemand mit mehreren, eventuell auch größeren Aquarien tut sich da oft sehr schwer und ist dann auf die Warmwasserleitung angewiesen. Das Problem dabei ist, daß chemische Prozesse in wärmeren Wasser schneller ablaufen, was auch das Lösen von Feststoffen betrifft und dann kommt es natürlich auch darauf an, wie das Leitungswasser im Haus aufgeheizt wird.

  • Chlor und andere desinfizierende Stoffe

Jedes Wasserwerk spült die Wasserleitungen immer wieder mal Chlor oder anderen desinfizierenden Stoffen, um Krankheitserreger wie Keime / organische Verunreinigungen im Leitungswasser zu vermeiden. Vorallem aber nach Rohrbrüche oder im Sommer, wenn es sehr heiß ist, findet öfters mal eine solche Stoß-Desinfektion statt und auch wenn viele Wasserwerke das vorher groß in der Zeitung oder in diversen Onlinemedien ankündigen, so sind sie dazu aber nicht verpflichtet. Das heißt, es kann durchaus mal gechlort werden ohne daß man darüber erfährt.

Solche Stoffe – die Verunreinigungen wie auch die desinfizierenden Mittel – wirken sich natürlich nicht gut auf unsere Aquarien bzw. den Bewohnern inklusive der nützlichen Bakterien aus. Auf diesen typischen Chlor- oder Schwimmbadgeruch ist dabei auch kein Verlass, denn Chlor ansich ist farblos und geruchsneutral – nur in Verbindung mit entsprechenden Verunreinigungen riecht man eine Chlorbehandlung und es gibt ja auch noch viele andere Ḿittel zur Desinfektion, welche man auch nicht unbedingt riechen muß.


Allein diese Punkte – Kupfer, Schwermetalle allgemein, Chlor und andere desinfizierende Stoffe sowie mögliche Verunreinigungen des Leitungswassers – bringen uns dazu schon immer Wasseraufbereiter zu nutzen, bei jeder Neueinrichtung, bei jedem Wasserwechsel und wie schon erwähnt auch gerne beim Transport und der Eingewöhnung. Lieber verwenden wir immer unsere Wasseraufbereiter, als daß wir nach Wasserwechsel vor den Aquarien bangen, ob alles auch wirklich gut geht. War schon mal schlimm genug, als wir einmal den Aufbereiter vergessen hatten und beinahe unseren Besatz verloren hätten. Weiterhin profitieren unsere Bewohner auch sichtlich von den Zusätzen wie Dexpanthenol und Co.

Schleimhautschäden, Häutungsprobleme und dergleichen kennen wir überhaupt nicht – gut, da kommt es natürlich auch auf die anderen Gegebenheiten wie Wasserwerte (Härte, pH Wert), Temperatur, regelmäßig ausreichend große Wasserwechsel wegen möglichst geringer Schadstoffbelastung und Keimdichte und das immer mit an Wasserwerte und Temperatur angepasstem Wasser, abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung mit für den Besatz geeignetem, hochwertigem Futter und sonstige empfehlenswerte Zusätze wie zum Beispiel Laub, Erlenzapfen, Vitaminversorgung, Kalzium für Wirbellose und so weiter an. Nur wenn auch nur ein Teil irgendwo nicht passt, kann das Ganze einfach nicht auf Dauer funktionieren – so unsere Meinung…

Wer natürlich auf Osmoseanlagen, Vollentsalzer oder ähnliches setzt, kann in der Regel gut auf Wasseraufbereiter verzichten, da schädliche Stoffe normalerweise aufgefangen werden, so daß man sauberes, fast reines Wasser erhält. Aber bitte nicht vergessen, hier dann mit speziellen Mineralsalzen, das Wasser auf die für den Besatz benötigten Werte einzustellen!

Ansonsten empfehlen wir jederzeit einen guten Wasseraufbereiter, denn um die paar Euro was so einer kostet, sollte es doch zum Wohl unserer Schützlinge und unserer Nerven nicht darauf ankommen. Was natürlich jeder letztendlich macht, ist ganz alleine seine Sache und auch sein Risiko, doch werden wir sicher niemandem raten keinen Wasseraufbereiter zu nutzen, denn wenn es schief geht, möchten wir das nicht mit unserem Gewissen ausraufen müssen. Wie sonst auch, gilt hier natürlich ebenso, sich bitte vorab gründlich über die jeweiligen Produkte zu informieren, damit das zu seinem Aquarium und den Bewohnern passt, denn was bei uns gut funktioniert, muß bei anderen nicht auch so sein und bitte auch stets an die Anwendungs- und Dosierungsempfehlung des Herstellers halten.

Bei Gelegenheit werden wir diesen Beitrag noch um ein paar Daten und etwas Bildmaterial zu von uns genutzten Wasseraufbereitern erweitern. Wir werden dabei auch ein wenig darauf eingehen, bei welchen Tieren wir welchen bevorzugen und ein paar Tipps dazu geben – so auch eine nette und ganz praktische Möglichkeit aufzeigen, wenn Wasserwechselsets wie zum Beispiel das JBL Aqua In-Out genutzt werden.

Danke


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