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Das erste Aquarium – was braucht man und was wäre ganz nützlich…

Ein Aquarium ist etwas wunderbares und kann sehr beruhigend sowie unglaublich interessant und
spannend sein. Es ist eine ganz eigene Welt für sich und kann einem helfen dem anstrengenden,
stressigen Alltag zu entiehen.

Doch ein Aquarium ist mehr als nur eine schön anzuschauende Deko. Klar, es kann einen Raum enorm
aufwerten, aber man übernimmt damit auch sehr viel Verantwortung, man will Freude daran haben und
besonders für Anfänger sollte es doch erstmal recht pegeleicht sein. Zudem bedarf es regelmäßiger
Pegemaßnahmen, welche einen zeitlich mehr oder weniger einspannen und eine kleine Wasserwelt
kostet auch Geld, von den ganzen Anschaffungskosten bis hin zu den laufenden Kosten für Strom,
Wasser, Futter, Pegemittel und so weiter. Daher nden wir es gut, wenn man ein paar Vorbereitungen
trifft, damit man schon ein wenig informiert und ausgestattet ist.

Viele Wege führen nach Rom – so lautet ein bekanntes Sprichwort und das lässt sich auch in die Aquaristik übertragen. Sicherlich wirst Du das Gefühl bekommen, von all den ganzen Infos und der teils unüberschaubaren Produktauswahl im Handel regelrecht erschlagen zu werden, aber keine Sorge, es sieht anfangs erstmal wilder aus als es letztendlich ist und wir sind uns sicher, dass Du das schon schaffen wirst – haben wir ja auch.

Also lass uns Punkt für Punkt vorgehen….

  • Welches Aquarium oder welcher Besatz soll es sein
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Möchtest oder kannst Du nur eine bestimmte Aquariengröße stellen, so wäre es gut, den Besatz entsprechend auszuwählen oder wenn Dir bestimmte Bewohner vorschweben, dann die Aquariengröße anzupassen, wobei für die meisten Arten eine gute Grundäche wichtiger ist als die Beckenhöhe.

Es gibt so viele verschiedene Arten von Fischen, Garnelen, Krebsen etc. welche unterschiedlich groß werden, dazu sind die einen eher schwimmfaul oder relativ standorttreu, wogegen andere den ganzen Tag nur am rumitzen sind und manche werden erst in der Nacht so richtig aktiv. Auch spielt es eine Rolle, welche Gruppenstärke angemessen ist oder ob ein Harem oder eine Einzelhaltung sogar besser wäre und ob Du vor hast mehrere Arten zu vergesellschaften.

Im Handel sind zig hundert Arten von Aquarienbewohner zu bekommen und die hier alle nun aufzuzählen, würde wohl den Rahmen sprengen. Wir empfehlen deshalb einfach mal unverbindlich verschiedene Geschäfte aufzusuchen, um sich umzusehen, aber bedenke, dass dort meist junge Tiere angeboten werden, welche noch heranwachsen werden. Auch schadet es nicht sich auf Börsen und Messen zu tummeln, Bücher und Broschüren zu wälzen, Internetseiten zu durchstöbern und Onlinevideos anzusehen sowie sich auch mit der Herkunft (Habitate / Biotope) der Arten zu beschäftigen, für die Du Dich interessierst, um zu sehen wie sie dort leben.

Beachte neben dem Verhalten der Tiere, welche Ansprüche sie an Aquariengröße, Wasserwerte, Temperatur, Strömung, Ernährung, Einrichtung, Gruppenstärke und Vergesellschaftung haben. Vergleiche dabei die verschiedenen Quellen und spreche Dich gerne mit erfahrenen Aquarianern ab. So ndest Du sicherlich bald einen interessanten Besatz für Dein Aquarium, dessen Ansprüche Du erfüllen kannst und mit dem Du auch glücklich wirst.

  • Der Standort für das neue Aquarium

Früher hieß es, man solle ein Aquarium nicht direkter Sonneneinstrahlung aussetzen, also nicht in Fensternähe aufstellen, da das zu unerwünschtem Algenwuchs führen könnte. Das ist ein Mythos, der sich leider immer noch sehr hartnäckig hält. Licht ansich führt nicht zu Algen, wobei die aber auch nicht unbedingt was schlimmes sein müssen, zumal viele Aquarienbewohner auf diverse Algen angewiesen sind. Wenn dann liegt die Ursache vermehrtem Algenwuchstums eher bei einem Ungleichgewicht von Licht und Nährstoffen. Viel Licht und gute Bepanzung erfordert demnach auch ein wenig mehr an Nährstoffe. So würde also nichts dagegen sprechen, sich ein Aquarium auf die Fensterbank zu stellen, insofern es dann nicht zu kalt oder zu warm für die Bewohner wird.

Von lauten Standorten wie zum Beispiel direkt neben dem Fernseher, der Stereoanlage oder anderen lauten Gerätschaften sehen wir jedoch ab, denn wie der Ziersch-Experte und Biologe Dr. Jörg Vierke schon erklärte:

Auf jeden Fall sind Fische keineswegs taub, wie oft angenommen wird. Ganz im Gegenteil, viele kommunizieren sogar über Töne miteinander.

Wer schon mal in der Badewanne oder im Schwimmbad unter Wasser gelauscht hat, weiß um wieviel lauter manche Geräusche dann sind und daher sind wir der Meinung, dass ein nicht zu lauter Standort bei dem auch kein ständiger Durchgangsverkehr herrscht, sicherlich besser geeignet ist.

Wenn auch viele ihre Aquarien problemlos im Bad oder in der Küche stehen haben, so wird man bei uns hier ebenfalls keine nden, denn der Nebel und die Ausdünstungen von Parfüms, Haarsprays und scharfen Putzmitteln sowie die Dämpfe und Fettspritzer beim kochen sind ebenfalls nicht besonders förderlich.

Eine ruhige, gerne nicht allzu helle Ecke oder Wandseite macht sich auf aber jedenfall immer gut, was wir persönlich auch stets vorziehen.

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  • Der Unterbau

Es ist natürlich absolut kein Problem, ein Aquarium auf den Boden oder auf einen niedrigen Sockel zu stellen, was bei sehr großen Aquarien oft so gemacht wird, doch für die geläugen Heimaquarien von rund 20 bis 400 Liter ist das optisch eher nicht so ansprechend und zum beobachten sowie beim arbeiten im Becken auch nicht besonders praktisch. Daher ist ein geeigneter Unterbau denitiv zu empfehlen.

Das Regal oder Schränkchen muß das Aquarium jedoch tragen können ohne dass sich etwas durchbiegt oder gleich zusammenkracht – ein 100 Liter Aquarium bringt es im befüllten Zustand je nach Aquarienart (Glasstärke etc) und Einrichtung leicht mal auf 120-150 kg. Daher unbedingt auf einen stabilen Unterschrank achten, dessen Deckplatte über die Seitenwände geht, damit der Schrank nicht ausscheren kann. Im Zweifel einfach bei erfahrenen Aquarianern nachfragen oder besser gleich auf einen speziellen Aquarienunterschrank setzen.

Weiterhin ist es wichtig, dass das Aquarium gerade steht, wobei eine Wasserwaage sehr hilfreich ist und auch der Zimmerboden muß dem Gewicht natürlich standhalten können. Bei sehr großen Becken ist es der Sicherheit halber sehr zu empfehlen einen Statiker zu beauftragen.

  • Shopping

Ist die Aquariengröße, dazu wenigstens der ungefähre Besatz sowie der Standort festgelegt, dann geht es nun weiter mit Informationen sammeln und einkaufen gehen. Du wirst nun feststellen, dass es eine fast schon unüberschaubare Auswahl an Aquarien, Unterschränken, Technik, Zubehör, Einrichtung und Bepanzung gibt. Wenn Du die Möglichkeit hast, schau Dir verschiedene Sachen vor Ort genau an. Lass Dir nicht gleich alles mögliche aufschwatzen, sondern vergleiche gut – nicht nur die Preise, sondern auch die Qualität, das Zubehör und die Technik was oft dabei ist und mit was sich für dich gut handtieren lässt. Wir lesen uns auch gerne Testberichte durch, sehen uns Videos über die verschiedenen Produkte an und besprechen uns mit anderen erfahrenen Aquarianern, um Vor- und Nachteile abzuwiegen. Jeder gute Verkäufer wird verstehen, dass Du Dich erstmal umsehen und erkundigen möchtest.

Aquarien gibt es von klein bis groß, in rechteckiger Form, als Würfel (Cube) sowie als Eckaquarium, dazu dann mit gerader und gebogener Frontscheibe oder als Wellenform. Manche haben normale Kanten (Stoß- oder Wulstverklebt), andere dagegen gerundete Ecken sowie welche mit schwarz verklebtem Silikon und andere mit transparentem. Dann gäbe es noch sogenanntes Floatglas, welches im Handel am meisten anzutreffen ist und Weißglas, welches eine unglaublich gute Farbwiedergabe hat, dafür aber auch um einiges mehr kostet.

Aber nicht dass Du jetzt meinst, das wäre schon alles bei den Aquarien gewesen. Nein, denn es gibt nämlich noch Aquarien, welche oben offen sind oder mit einer Glasscheibe abgedeckt werden und mit einer Aufsetz- oder Hängelampe betrieben werden und es sind feste Abdeckungen erhältlich, welche eine integrierte Beleuchtung aufweisen. Eine ganz besondere Optik geben aber auch die Aquarien, welche oben eine festverklebte Glasscheibe haben, so dass man das Becken bis oben hin befüllen kann, doch haben die wegen ihrer relativ kleinen Luke den Nachteil, dass nicht jeder gleich gut im Aquarium handtieren kann und solche Aquarien sind nicht unbedingt für Tiere geeignet, die darauf angewiesen sind, atmosphärische Luft zu atmen, wie unter anderem Zwergkrallenfrösche oder Labyrinthsche. Und zu guter letzt gibt es neben den reinen Aquarien zu denen man sich das Zubehör selber zusammenstellen kann, auch sogenannte Startersets, welche das Aquarium, die Abdeckung bzw. Abdeckscheibe, Beleuchtung und Filter plus je nachdem noch Bodengrund, Unterlegmatte oder Kiesblende und ein kleines Futter- und Pegeset beinhalten.

Die Entscheidung wird auf jedenfall nicht leicht werden, behalte aber stets das Wohl Deiner zukünftigen Schützlinge im Auge, so dass die Aquariengröße und -form, mit oder ohne Abdeckung, das eventuell vorhandene Zubehör und so weiter entsprechend passen und natürlich muß das Aquarium Dir auch gefallen sowie Deinem Budget entsprechen.

Die Wahl des Unterbaus kann dagegen etwas einfacher sein. Hast Du keinen geeigneten stabilen Unterschrank, so empfehlen wir auf spezielle Aquarienmöbel zu setzen, denn die sind denitiv für die jeweilige Aquariengröße ausgelegt und da es davon auch verschiedene Modelle und Farben gibt, lässt sich hier bestimmt etwas passendes nden. Alternativ könnte man sich aber auch was selber bauen, wenn man ein bisschen handwerkliches Geschick besitzt. Im Internet gibt es dazu passend viele Berichte und Videos zu Unterschränken zum Beispiel aus MDF Platten oder mit Ytong Steinen und Arbeitsplatten. Egal wie Du Dich hier entscheidest, achte darauf, dass der Unterbau das Aquarium problemlos trägt, gerade steht und auch sicher ist, wenn man mal versehentlich anrempelt oder mit dem Wasser pritschelt.

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Was die Technik betrifft, so wird Deine Birne bestimmt wieder zu qualmen anfangen, aber keine Sorge, auch das kriegst Du sicher hin. Ob sich nun ein Starterset lohnt, welches bereits Technik beinhaltet, kann man nicht pauschal beantworten, denn es kommt unter anderem auf den Besatz sowie auf die Bepanzung an. Wir persönlich sind der Meinung, dass es aber durchaus sehr gute Sets gibt, mit denen man schon sehr weit kommt und oftmals kann man diese auch noch anpassen zum Beispiel in Sachen Beleuchtung, wenn später mal die Ansprüche steigen.

Die Beleuchtung ist für die Tiere eher zweitrangig und bei vielen Arten wird sogar etwas weniger Licht angestrebt, doch bei der Bepanzung kann das schon ein wenig anders aussehen. Für Anfänger empfehlen wir etwas pegeleichtere Pflanzen, welche eben nicht so hohe Ansprüche stellen und da kommt man bei Led Lampen mit rund 20-30 Lumen pro Liter ganz gut zurecht bzw. bei Leuchtstoffröhren mit etwa 0,3 bis 0,5 Watt pro Liter. Bei der Farbwiedergabe haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht, wenn diese zwischen 6000 und 8000k (Kelvin) liegt. Je höher die Kelvin, desto kälter (bläulicher) wirkt das Licht und je niedriger, desto wärmer (gelblicher).

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Die Filterfrage sehen wir beim Thema Technik als sehr wichtig an, denn der Filter muß auf jedenfall zum Becken und Besatz passen. Natürlich könnte man ein Aquarium auch lterlos betreiben, doch passt sowas zum einen nicht für alle Bewohner und ist zum anderen für Anfänger auch nicht unbedingt zu empfehlen, da ein solches Aquarium doch etwas schwieriger zu händeln sein kann und man für gewisse Dinge ein geübtes Auge bräuchte.

Ein Filter sollte unserer Meinung nach ein im Verhältnis angemessen großes Filtervolumen haben, damit er auch eine gute biologische Filterung gewährleisten kann und es wäre gut, wenn sich die Filterleistung und / oder die Strömungsrichtung einstellen lässt, damit man den Filterauslauf auf den Besatz entsprechend einstellen kann. Im Normalfall reicht es aus, wenn ein Filter mit Schwämmen oder Vlies betrieben wird, aber es schadet auch nicht, wenn man ihn mit Spezialmedien für den Fall der Fälle bestücken kann. Weiterhin wäre darauf zu achten, dass der Filter dem zukünftigen Besatz keinen Schaden zufügt, also dass die Bewohner nicht vom Magnetügelrad erwischt werden und dass sie sich nirgends einklemmen können.

Wie sollte es auch anders sein… auch bei den Filtern gibt es zig Modelle von den verschiedensten Herstellern. Angefangen von motorbetriebenen Innenltern, über Topf-Außenlter, Rucksacklter und Filterbecken bis hin zu Boden-, Schwamm- und Mattenlter, welche entweder mit einer Universalpumpe oder mit einer Membranpumpe betrieben werden. Wir können Dir hier echt nicht pauschal sagen, was besser wäre, denn alle haben so ihre Vor- und Nachteile und es kommt, wie schon paar mal erwähnt, auch auf den Besatz an sowie was einem besser liegen könnte.

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Ob man noch einen Heizstab benötigt, hängt ganz von der Umgebungstemperatur und ebenfalls wieder von dem Besatz ab. In Aquarien für Zwerggarnelen und Schnecken, welche bis auf ein paar Ausnahmen mit 18-22°C gut zurecht kommen, ist meist keine Heizung notwendig. Bei Fischen kann es aber schon wieder anders aussehen und da ist von 16 bis 30°C alles dabei. Daher achte bei der Besatzauswahl nicht nur auf die Ansprüche an die Wasserwerte wie Gesamthärte (GH), Karbonathärte (KH) und pH Wert (Säuregehalt), sondern auch auf die Temperatur. Sollte ein Heizstab notwendig sein, so empfehlen wir einen auszuwählen, der sich einstellen lässt (Regelheizstab). Wieviel Watt notwendig sind, kommt ganz auf die benötigte Temperatur und Zimmertemperatur an und dazu haben die Hersteller hierfür normalerweise eine Tabelle auf der Packung angegeben, an der Du ablesen kannst, welche Leistung benötigt wird.

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Neben der Beleuchtung, dem Filter und Heizstab gäbe es noch eine Vielzahl weiterer Geräte und Anlagen für das Aquarium. Manche von ihnen können je nach Besatz und Bepanzung durchaus gut sein, wie zum Beispiel im Sommer spezielle Kühlventilatoren oder besonders bei lterlosen Aquarien wenigstens ein Oxydator – ein kleines Gefäß, welches mit Wasserstoffperoxid und einem Katalysator reinen Sauerstoff erzeugt und das ganz ohne Strom. Andere dagegen sind nur eine nette Spielerei wie unter anderem automatische Dosierpumpen für Dünger und so weiter. Für den Anfang reicht es aber sich auf die zuerst genannten Teile zu beschränken und eventuell noch auf eine Bio-CO2Anlage zu setzen, was den Pflanzen sehr zugute kommt und auch nicht viel in der Anschaffung und im Unterhalt kostet.

Beim Zubehör verhält es sich ähnlich wie bei den technischen Geräten. Manches braucht man, einiges ist durchaus hilfreich und anderes kann man haben.

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Für die regelmäßigen Wasserwechsel eignet sich ein extra für das Aquarium vorgesehener Eimer und etwa 1,5 Meter Schlauch mit 9/12 oder 12/16 mm Durchmesser. Ein Mulmsauger ist nicht unbedingt notwendig, erleichtert aber das stellenweise absaugen von Futter- und Pflanzenresten und Ausscheidungen. Wer es etwas praktischer haben möchte, kann sich mit Schlauch und entsprechenden Anschlüssen / Steckverbindungen selber etwas zusammenbasteln, um den Teilwasserwechsel direkt über den Wasserhahn und das Waschbecken durchzuführen ohne Eimer schleppen zu müssen oder man greift auf im Handel erhältliche fertige Sets zurück.

Zum einsetzen und rausfangen von Aquarienbewohnern sowie zum entfernen von losen Pflanzenteilen und so weiter, ist ein kleiner Kescher mit feinem Netz sehr hilfreich. Empfehlenswert wäre zudem noch eine Pflanzenpinzette sowie eine passende Schere für einfacheres gärtnern im Aquarium.

Eine Aquarienunterlegmatte, welche zwischen Unterschrank und Aquarium platziert wird, sollte unserer Ansicht nach auch nicht fehlen, denn sie gleicht kleinere Unebenheiten aus und schützt die Bodenscheibe. Verfügt das Aquarium jedoch über einen Rahmen, auch als Kiesblende bezeichnet, dann benötigt man keine extra Unterlegmatte – es wird von den Herstellern in diesen Fällen sogar ausdrücklich abgeraten eine zu verwenden.

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Seine Wasserwerte zu kennen, ist auf jedenfall gut, denn wie schon erwähnt, haben nicht alle Aquarienbewohner die gleichen Ansprüche an Wasserhärte und Säuregehalt und man kann mit ihnen auch gewisse Schadstoffansammlungen (u.a. Nitrit und Nitrat) messen. Du brauchst jedoch deswegen nicht gleich Chemie zu studieren und Dir ein Labor einrichten. Im Handel gibt es Teststreifen, welche für weniger anspruchsvolle Bewohner sowie für einen groben Überblick vollkommen ausreichen und leicht anzuwenden sind. Dann gäbe es noch Tröpfchentests für die einzelnen Werte, die schon etwas genauer sind sowie noch elektronische Messgeräte wie pH-Meter und Leitwertmessgerät. Manche Händler bieten im übrigen auch an, die Wasserwerte im Laden für lau oder gegen eine kleine Gebühr zu messen. Unserer Ansicht nach reicht es aber aus, sich auf die Karbonathärte (KH), gerne auch die Gesamthärte (GH), den Säuregehalt (pH) sowie auf Nitrit (NO ) und Nitrat (NO ) in Form von Teststreifen oder Tröpfchentests zu beschränken.

Bei den Thermometern gibt es ebenfalls eine gute Auswahl von richtig stylischen Teilen bis hin zu digitalen Thermometern, doch in der Regel tut es auch ein einfaches, günstiges Aquarienthermometer mit Saugnapf.

Das war es dann auch schon mit dem wichtigsten Zubehör und weiter geht es mit der Deko und Bepanzung.

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Je nach Ansprüchen der Bewohner empfehlen sich Wurzeln wie zum Beispiel Mangrove oder Moorkien und ein paar schöne Steine, welche bei Hartwasserschen durchaus kalkhaltig sein dürfen, ansonsten eher welche, die die Wasserwerte nicht beeinussen, wie unter anderem Basaltbruch, Lavasteine und einfache Kiesel oder Findlinge. Unseren Harnischwelsen und Zwergbuntbarschen bieten wir zudem noch Tonhöhlen und / oder Kokosnußschalen an.

Der Bodengrund richtet sich natürlich auch wieder ganz nach dem zukünftigen Besatz sowie nach den Pflanzen und dabei setzen wir sehr gerne auf natürliche, wasserneutrale Sorten wie kantengerundeten Naturkies und feinen Quarzsand. Aber auch tongebrannten Boden wie JBL Manado verwenden wir gerne, da er sehr leicht ist, eine schöne Farbe aufweist und sich positiv auf die Bepanzung auswirkt ohne die Wasserwerte zu beeinussen. Weiterhin gäbe es noch aktiven Bodengrund, sogenannten Soil aus gebrannten Erden, der das Wasser ansäuert und daher gut für Weich- bzw. Schwarzwasserbewohner geeignet ist, jedoch für Anfänger nicht unbedingt etwas ist, da hier vorallem die Wasserwerte öfters kontrolliert und auch so noch auf ein paar Dinge geachtet werden sollte.

Das Thema Nährboden unter dem eigentlichen Bodengrund ist oft ein Streitthema. Wird der Großteil der Bodenäche mit sogenannten Wurzelzehrern, also Pflanzen welche die benötigten Nährstoffe vorwiegend über die Wurzeln aufnehmen, bestückt, so kann ein guter Nährboden durchaus interessant sein, ansonsten tut es bei wenigen solcher Pflanzen auch eine gezielt eingesetzte Düngekugel. Alle anderen Pflanzen bekommen bei uns regelmäßig Flüssigdünger für Aquarienpflanzen, welcher über die sogenannte Wassersäule – also direkt ins Wasser gegeben wird.

Ob man künstliche Aquariendeko wie Burgen, Schiffe etc. und kunststoffummantelten bzw. gefärbten Bodengrund in ein Aquarium einsetzt, muß jeder für sich entscheiden. Aber wenn, dann achte bitte auf eine gute Qualität bewährter Hersteller, denn so manch künstliche Deko hat schon diverse Probleme verursacht. So passiert es bei minderwertigen Sachen recht oft, dass sich die Beschichtung ablöst, welche von den Tieren aufgenommen werden und Vergiftungen oder Verdauungsstörungen nach sich ziehen kann, es kann Fäulnisherde geben, Anstieg von Nitrat und / oder Phosphat, welche dem Besatz ebenso schaden könnten und zudem ist es nicht ungewöhnlich, dass Tiere in kleinen Löchern stecken bleiben.

Eine Rückwand ist nicht unbedingt notwendig, macht sich aber immer gut, da sie Kontrast schafft und die optische Tiefe verstärkt. Die Auswahl ist aber auch hier sehr groß und die Wahl daher ebenfalls nicht leicht. So gibt es unter anderem verschiedenste Folien, welche man von außen am Aquarium befestigt oder auch Strukturrückwände, die im Aquarium eingebaut werden, wobei hier auch wieder auf die Qualität zu achten wäre und bedenke, dass solche Strukturrückwände mehr oder weniger Platz einnehmen. Man kann aber auch Milchglasfolie, Acrylplatten, Korkplatten bzw. Korkrinden, einfache Pappe, Bastelkarton, Moosgummi und ähnliches von außen anbringen oder innen mit speziellen Gittern oder Filtermatten schöne mit Moos bewachsene Rückwände aufbauen. Wer sehr geschickt ist, kann sich mit Hilfe von Styropor, Portlandzement oder Fliesenkleber, Acrylfarben und Epoxidharz eigene Strukturrückwände aufbauen, wozu es im Netz jede Menge Anleitungen gibt.

Wer die Wahl hat, hat die Qual und so auch bei den Pflanzen. Ob überhaupt eine Bepanzung benötigt wird oder ob ein dichter Pflanzenbestand empfehlenswert wäre, sowie ob eher harte Pflanzen, feinedrige Sorten oder Schwimmpflanzen angebracht wären, hängt – wie soll es auch anders sein – wieder ganz vom Besatz ab und kann gerne ebenfalls mit erfahrenen Aquarianern thematisiert werden.

Für die meisten Gesellschafts- oder Wirbellosenaquarien hat sich aber ein Mix aus pegeleichten Vorder-, Mittel- und Hintergrundpflanzen bewährt, dazu eine schöne Solitärpanze und gerne auch ein paar Schwimmpflanzen. Darunter dürfen durchaus einige schnellwachsende Arten sein, da diese eine gute Konkurrenz zu Algen sind und viel Sauerstoff produzieren.

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Ohne Futter geht es nicht und ein paar diverse Wasserzusätze sind auch nicht verkehrt.

 Wir achten bei der Ernährung unserer Schützlinge auf eine stets ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung. Dazu soll das Futter in der Art (eischlich, panzlich etc.) und Größe natürlich zum Besatz passen. Für oberächenorientierte Tiere nehmen wir Futter, welches möglichst lange auf der Wasseroberäche treibt, für Bodenbewohner gibt es verschiedene Chips und Tabs und alle anderen bekommen welches, das sich gut im Wasser verteilt. Algen- und Pflanzenfresser kriegen zudem noch frische Algensteine und Brennesseln etc. Carnivoren und omnivoren Tieren geben wir sehr oft Frost- und Lebendfutter und für holzraspelnde Welse ist stets viel Laub und weiches Holz im Aquarium.

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Beim Thema Wasseraufbereiter, welcher Chlor, Kupfer und andere Schwermetalle binden und unschädlich machen soll, gehen die Meinungen weit auseinander. Wir sind jedoch der Ansicht, dass solcher durchaus nützlich sein kann – zumal Wasserwerke nicht verpichtet sind, bescheid zu geben wann sie mit was die Rohre spülen und desinzieren und wir mit unseren Messgeräten auch nicht alles was oft im Leitungswasser vorhanden ist, austesten können. Lieber geben wir daher ein paar wenige Euro mehr aus, als dass wir durch sowas Tiere verlieren und gute Wasseraufbereiter haben sogar noch für Fische schleimhautschützende bzw. panzerstärkende Substanzen für Garnelen, Krebse und Co. vereint, was auch nicht verkehrt ist, aber entscheiden muß das jeder letztendlich für sich.

Sind spezielle Wasserwerte nötig – also dass für den Besatz das Wasser weicher und saurer oder härter und alkalischer sein sollte, gäbe es auch hier einige Möglichkeiten an den Werten zu schrauben. Ob, was und wie wäre wohl am besten von Fall zu Fall zu beurteilen, wobei hier auch wieder diverse Communties behilich sind. Allerdings empfehlen wir besonders Anfängern für die erste Zeit auf solche Bewohner zu setzen, welche mit den Wasserwerten zurecht kommen, wie sie bei einem aus der Leitung kommen. Alles andere kommt mit der Zeit meist von alleine.

Pflanzendünger in Form eines sogenannten Eisenvolldüngers (Mikronährstoffe) ist eigentlich nie verkehrt, nur ob noch weitere Nährstoffe wie Nitrat, Phosphat etc. nötig sind, kommt ganz auf den Verbrauch der Pflanzen an und ob solche ausreichend durch Futter und Besatz sowie mit den regelmäßigen Wasserwechseln zugeführt werden. Hier müsste man, wenn es dann soweit ist, die Pflanzen gut beobachten, schauen ob sich Algen breit machen und auch nochmal das Leitungswasser testen (lassen).

Ja und das war es dann auch schon. Gut, es ist jetzt doch ein wenig länger geworden und Dir raucht nun sicherlich die Birne, aber wie zu Beginn schon geschrieben, ist es eigentlich gar nicht so wild, wenn man sich mal ein wenig damit beschäftigt hat. Mit der Zeit ndet man auch seinen Weg, lernt stets dazu und bekommt auch ein Gefühl für die Details.

Schau Dich auch gerne in unseren Berichten ein wenig um, denn viele der hier aufgeführten Punkte haben wir bereits ausführlich behandelt und wir können Dir auch jederzeit die Facebookgruppe Nano Aquarium für Anfänger (https://www.facebook.com/groups/nanoaqua/) empfehlen, in der sich viele nette und erfahrene Leute aufhalten, die gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wir wünschen Dir nun noch viel Spaß beim planen und einrichten Deines erstens Aquariums und denke daran, dass sich das Aquarium erstmal ein wenig entwickeln darf, bevor der erste Besatz einzieht › Einlaufphase eines Aquariums (http://aquabits.de/einlaufphase-aquarium/).

Danke

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Timo
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