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Fischkrankheiten erfolgreich vorbeugen

Fischkrankheiten lassen sich häufig schwierig behandeln. Eine Behandlung verläuft nicht in jedem Fall erfolgreich und kann auch mit dem Tod enden. Optimalerweise beugen Sie von Beginn an etwaigen Krankheiten Ihrer Fische vor. Meist ist Stress der Auslöser von Fischkrankheiten.

Wichtig: Bitte nehmen Sie die Behandlung immer in Rücksprache mit oder bei Ihrem Tierarzt vor. Ebenso enthält dieser Artikel keine Aufforderung zum Medikamenteneinsatz oder zum Erlösen von Fischen.

Aquarienfische richtig halten

Diesbezüglich sind geeignete Haltungsbedingungen unerlässlich. Pflegen Sie Ihr Aquarium gut und messen Sie regelmäßig dessen Wasserwerte. So tragen Sie dazu bei, dass Fischkrankheiten seltener auftreten.

Besorgen Sie ein ausreichend großes Aquarium und platzieren Sie keine zu große Anzahl Fische in ihm.

Es ist auch wichtig, dass Sie auf die Gruppengröße und die richtige Vergesellschaftung achten, wenn Sie weitere Fischarten hinzusetzen, sonst dauert es nicht lange, bis Revierkämpfe ausbrechen und dadurch Verletzungen auftreten. So entsteht unnötiger Stress und Krankheitserreger haben ein leichtes Spiel.

Die Ernährung beeinflusst die Gesundheit der Fische

Die richtige Ernährung nimmt Einfluss auf die Fischgesundheit. Füttern Sie die Tiere bedarfsgerecht mit hochwertigem Fischfutter. So bekommen alle Aquarienbewohner alle notwendigen Nährstoffe. Sie fördern so das gesunde Wachstum und die starke Immunabwehr der Fische.

Beim Füttern sollten Sie auch auf eine passende Dosierung achten, denn nicht gefressenes Futter wird im Wasser zersetzt und verunreinigt es. Das verschlechtert die Wasserwerte und dadurch können Fischkrankheiten entstehen.

Fischkrankheiten behandeln und vorbeugen

Fischkrankheiten erkennen

Die tägliche Beobachtung Ihrer Fische, erleichtert Ihnen eine Fischerkrankung zu erkennen, selbst wenn sie noch im Anfangsstadium ist. Es ist schwieriger, die Art der Krankheit herauszufinden. Fragen Sie gern bei einem Tierarzt um Rat. Die Krankheitssymptome können sich auf den äußeren Körper der Fische und auf ihr Verhalten auswirken.

Die Kolleg*innen von myfish haben auch ein kurzes Video zum Thema Fischkrankheiten im Aquarium erstellt.

Erkrankte Fische verstecken sich in irgendeiner Ecke im Aquarium und schwimmen kaum. Manche verharren knapp unterhalb des Wasserspiegels. Wenn sich Fische an Wurzeln oder Steinen reiben, ist das möglicherweise ein Anzeichen einer Erkrankung. Die Fische können auch ihre Farbe verlieren, sie können aufgedunsen aussehen und ihre Augen treten eventuell hervor. Offensichtliche Symptome sind schleimartige Beläge, Geschwüre oder löchrige Flossen.

Anzeichen, die auf eine Krankheit im Aquarium hinweisen

  • Fische auffällig scheu
  • Fische verstecken sich
  • Scheuern sich häufig an Deko oder Bodengrund
  • Fische wirken dünn – eingefallener Bauch
  • Fische wirken sehr dick: es stehen eventuell Schuppen ab
  • Löcher in Gewebe
  • Offene Wunden
  • weißliche Belege

Ursachen von Fischkrankheiten

Fischkrankheiten haben viele Ursachen. Diese kommen am häufigsten vor:

  • Befall durch Pilze, Viren, Bakterien oder Parasiten
  • schlechte Qualität des Wassers
  • zu hohe Anzahl an Fischen im Aquarium
  • Verletzungen aufgrund von Rivalenkämpfen
  • geschwächte Immunabwehr
  • falsches Futter
  • neue Fische ohne vorherige Quarantäne
  • Sauerstoffmangel
  • unpassende Wassertemperatur

Fischkrankheiten behandeln am Beispiel der Top-3-Fischkrankheiten

Zahlreiche Fischkrankheiten lassen sich behandeln. Es kommt darauf an, dass Sie die Erkrankung möglichst früh bemerken und entsprechend handeln. Manche Erkrankungen können den Tod bedeuten, wenn keine Behandlung erfolgt.

Wenn der Chlorgehalt im Wasser zu hoch ist, können die Tiere vergiftet werden, was den ganzen Bestand auslöschen kann. Manche Erkrankungen erfordern die Mitbehandlung des Aquariums, damit die Krankheitserreger absterben und der Fischbestand gänzlich geheilt wird.

Wie werden erkrankte Fische behandelt?

Die Fische werden je nach der Krankheitsart behandelt. Die korrekte Diagnose ist wichtig, um eine geeignete Therapie einzuleiten. Eine bakterielle Erkrankung benötigt Antibiotika. Gegen Pilze oder Parasiten in der Haut helfen Malachitgrünoxalat sowie kurze Bäder mit Medikamenten in getrennten Wasserbehältern. Für zahlreiche Erkrankungen stehen Medikamente zur Verfügung.

Unterstützend wirken beispielsweise:

  • Aquarium reinigen
  • teilweiser Wasser wechseln
  • Wassertemperatur erhöhen
  • erkrankte Fische absondern
  • Immunsystem mit Nährstoffen und Vitaminen unterstützen

Flossenfäule

Besonders Kampffische, Guppys, Goldfische und Diskusfische sind von der Flossenfäule betroffen. An ihren Flossen tauchen weiße Stellen auf. Die Erkrankung ist äußerst schmerzhaft und beginnt an der Spitze der Flosse, wo sie sich zum Flossenansatz hin ausbreitet.

Dieser färbt sich aufgrund einer Entzündung rot. Die weißen Stellen sehen mit der Zeit löchrig und fransig aus. Die Fische schwimmen unruhig und hektisch. Letztendlich verlieren sie ihre Flossen und die Entzündung durch Bakterien greift auf ihren Körper über. Die Tiere reiben ihren Körper an Dekorationsutensilien oder ziehen sich zurück. Sie wirken teilnahmslos und interessieren sich nicht für ihr Futter.

Behandlung von Flossenfäule

Wenn Sie die erkrankten Fische möglichst frühzeitig behandeln, sind die Genesungschancen größer. Alle Tiere im Fischbestand müssen behandelt werden, auch diejenigen ohne Krankheitssymptome.

Absonderung der erkrankten Fische

Setzen Sie die Fische schon bei ersten Anzeichen in Quarantäne. So sind sie vor anderen Fischen und ihren Angriffen geschützt. Diese Isolation macht die Behandlung mit Arzneimitteln einfacher.

Stress reduzieren

Sie können den Fischen den Stress nehmen, wenn Sie die Wasserhygiene verbessern, auf eine optimale Gruppengröße achten, gutes Futter geben, die Wassertemperatur optimieren, den Sauerstoff im Wasser erhöhen und erhöhte Nitritwerte im Wasser reduzieren.

Medikamenteneinsatz Bei Flossenfäule

Medikamente helfen bei der Beseitigung von Bakterien, doch richtig erfolgreich sind nur veränderte Haltungsbedingungen. Vitamine fördern die Immunabwehr.

Tauschen Sie nach einer medikamentösen Behandlung die Filter des Aquariums oder reinigen Sie diese mit Aktivkohle. Ein Austausch des Wassers kann sinnvoll sein.

Mehr Infos zur Flossenfäule finden Sie auch auf aquaristik-online.de


Bauchwassersucht

Die Bauchwassersucht zählt zu den häufigsten Infektionskrankheiten bei Fischen. Im Leib der Tiere sammelt sich Flüssigkeit an. Alle Fischarten können von Bauchwassersucht betroffen sein, allerdings befällt sie meist Fische mit schwachem Immunsystem.

Andere Fische im Aquarium können sich sehr leicht mit der Bauchwassersucht anstecken. Die Krankheit ist tödlich, wenn sie nicht behandelt wird.

Die Fische sehen aufgebläht aus, ihre Augen treten hervor und ihre Schuppen wirken wie abgespalten. Die Flüssigkeit im Körper erschwert das Schwimmen, sodass die Tiere am Boden bleiben oder sich nahe der Oberfläche aufhalten.

Sobald Sie bemerken, dass Ihre Fische Bauchwassersucht haben könnten, trennen Sie diese unverzüglich von der restlichen Gruppe. Anderenfalls gelangen die Krankheitserreger über den Kot ins Aquariumwasser und ihre übrigen Fische werden vielleicht krank.

Behandlung

Eine Behandlung von Bauchwassersucht ist bei frühzeitiger Diagnose möglich. Häufig kommt dabei Nifurpirinol zum Einsatz. Auch Salzbäder können hilfreich sein. Geben Sie dazu bis zu 5 g Kochsalz auf eine Wassermenge von einem Liter und baden Sie den Fisch darin. Das Salzbad bewirkt, dass der Körper des Fisches die angestaute Flüssigkeit abgibt. Es kann auch die Dichte der Krankheitserreger verringern.

Nehmen Sie nach Behandlungsende einen teilweisen Wasserwechsel vor. Erhöhen Sie ein wenig die Wassertemperatur und den Sauerstoffgehalt.

Mehr Infos und Fotos zur Bauchwassersucht finden Sie im drta-archiv.de


Bakterielle Infektionen

Wenn Bakterien sich aufgrund schlechter Haltungsbedingungen sowie einem geschwächten Immunsystem ausbreiten, werden Fische krank. Ihre Schuppen wirken wie vom Körper abstehend und sehen blasser aus. Hautstellen entzünden sich und es bilden sich Geschwüre. Ihre Flossen entzünden sich, sind rot und fransig. Der Körper wird ebenfalls befallen. Die Haut, die Flossen und die Kiemen bekommen punktartige Blutungen.

Manche Körperstellen verfärben sich schwarz, da Gewebe abstirbt. Glotzaugen entwickeln sich. Durch Organentzündungen kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchhöhle.

Die Tiere fressen kaum und werden dünner. Sie sehen müde aus und halten sich in Bodennähe auf. Außerdem schwimmen sie ruckartig und sehr langsam. Bei verschleimten Kiemen kann Atemnot auftreten. Dann bewegen die Fische sich zur Oberfläche, um Luft zu bekommen.

Behandlung von bakteriellen Infektionen bei Fischen

Zur Stärkung des Immunsystems Ihrer Fische ist eine Verbesserung der Haltungsbedingungen notwendig. Vermeiden Sie diverse Stressfaktoren. Sie helfen den Fischen, wenn Sie ihnen gutes Futter und Vitamine spendieren. Senken Sie den pH-Wert unterhalb von 7, damit sich die Bakterien langsamer ausbreiten. Eine UV-Lampe tötet zusätzlich Bakterien ab.

Cyprinopur hilft gegen Bakterien und Viren. Im Wasser heilt es Wunden schneller und hat eine desinfizierende Wirkung. Vielleicht sind Antibiotika als Injektionen notwendig.


FAQs rund um Fischkrankheiten:

Wie wird die Weißpünktchenkrankheit behandelt?

Bei der Weißpünktchenkrankheit handelt um die häufigste Parasitenkrankheit bei Aquarienfischen. Die Parasiten nisten sich in das geschwächte Immunsystem ein. Die ersten erkennbaren Symptome sind die weißen Punkte, die mit der Zeit am ganzen Körper auftreten.
Am besten ist eine medikamentöse Behandlung. Nach 20 Tagen sollten sämtliche Parasiten entfernt sein. Schwach befallenen Fischen helfen auch Salzbäder, bitte aber ausschließlich mit Anleitung. Falls die Tiere eine Wassertemperatur von 30 °C vertragen, heben Sie diese an, damit die Erreger besser verschwinden.

Fische umsetzen

Wenn Sie ausreichend Zeit haben und mehrere Becken besitzen, können Sie Ihre erkrankten Fische per Umsetzung behandeln. Setzen Sie den betroffenen Fisch jeden halben Tag in eines der unkontaminierten Becken. Das praktizieren Sie 7 Tage lang. Der Fisch wird bei jedem Umsetzvorgang Parasiten hinterlassen. Zuletzt werden nur wenige verbleiben, sodass er diese allein bekämpfen kann. Sprechen Sie die passende Behandlung mit dem Tierarzt ab.

Was bringt Salz im Aquarium?

Salz gehört zu den wirksamsten Methoden zur Behandlung von Fischen. Es wirkt vielfach positiv auf die Tiere und ihre Umwelt. Salz hat vergleichsweise geringe Nebenwirkungen.
Natürlich vertragen nicht alle Fische gleich viel Salz, sodass man nicht alle Arten die gleiche Behandlung zukommen lassen kann.
In seinen diversen Anwendungen und Dosierungen wirkt Salz folgendermaßen auf Fische:
antibakteriell
antiparasitär
schleimanregend in Bezug auf die Schleimhaut
Entlastung der Nieren
gut für den Energiehaushalt
wirkt beruhigend und entspannend
verbesserte Sauerstoffversorgung
Stressabbau
fördert Appetit
bessere Wundheilung

Sind Fischkrankheiten auf den Menschen übertragbar?

Wenn Sie Fische halten und pflegen, kommen Sie natürlich häufig mit deren Wasser im Aquarium in Kontakt. So können diverse Erreger auf Menschen übertragen werden, doch in den meisten Fällen ist das unwahrscheinlich. Jedoch eine Wurmerkrankung sowie Fischtuberkulose sind vom Fisch zum Mensch übertragbar. Menschen entwickeln dabei das Aquariengranulom.

Wie erlöse ich einen kranken Fisch?

Tierhalter haben eine Fürsorgepflicht und müssen sich grundsätzlich einen Rat vom Tierarzt einholen, wenn ihre Tiere erkranken. Manchmal ist jedoch eine zügige Nottötung erforderlich, damit das Tier nicht weiter leidet. Im Umgang mit Fischen kann das für Halter durchaus herausfordernd sein. So verenden Fische oft qualvoll, da der Halter eine Behandlung oder Nottötung scheut.

Das Herunterspülen in der Toilette oder eine Einfrierung bei lebendigem Leibe verstoßen gegen das Tierschutzgesetz.

Ein Fisch ist zu betäuben, bevor er getötet wird. Eine zulässige Betäubungsmethode ist zum Beispiel stumpfes Schlagen auf seinen Kopf. Der dazu verwendete Gegenstand muss hierfür geeignet sein.

Auch die optimale Pflege bewahrt einen Fisch nicht vor einer unheilbaren Krankheit. Wenn das Tier sich sichtlich quält, ist es gut zu wissen, wie man es erlösen kann.

Die folgende Methode erlöst einen Fisch sicher und schnell. Sie bereitet ihm keine unnötigen Qualen. Führen Sie all diese Maßnahmen ausschließlich in Absprache mit dem Tierarzt durch.

Füllen Sie einen Behälter mit Wasser aus dem Aquarium und geben Sie pro Liter 4 oder mehr Tropfen ätherisches Nelkenöl hinein. Schütteln Sie den Wasserbehälter gut durch.
Füllen Sie die Mischung in einen anderen Behälter und setzen Sie den todkranken Fisch hinein. Das ätherische Nelkenöl betäubt den Fisch. Seine Atmung wird gelähmt und er wird quallos ersticken.

Das Tier wird allmählich ruhiger, seine Muskeln entkrampfen und es legt sich auf seine Seite. Es wird bewusstlos und verstirbt sanft durch Atemstillstand.

Die beschriebene Methode gelingt jedem Fischhalter schonend und sicher.

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