aquabits-hg

Xiphophorus helleri · Schwertträger

Aquabits.de

Die Schwertträger Xiphophorus helleri stammen ursprünglich aus Mittelameriak vom Rio Nantla, Veracruz in Mexiko bis Nordwesthonduras und bewohnen dort unter anderem steinige bis felsige Unterwasserlandschaften. Höhere Pflanzen sind weniger vertreten, dafür überziehen teils dicke Algenteppiche die Steine. Inzwischen sind sie jedoch auch in anderen Gebieten wie Afrika und Asien anzutreffen.

In ihrer Naturform weisen Schwertträger eine grünlich schimmernde Grundfärbung auf, welche durch eine rote Linie an der Flanke aufgelockert wird. Die Männchen sind gut an der schwertförmig verlängerten, Schwanzosse (daher der Name „Schwertträger“) zu erkennen, bleiben ein wenig kleiner als die Damen und wie bei anderen lebendgebärenden Zahnkarpfen auch, besitzen die Herren ein sogenanntes Gonopodium (https://de.wikipedia.org/wiki/Gonopodium) – eine zu einem Begattungsorgan umfunktionierte verlängerte Afterosse.

Obwohl die Naturform schon überaus hübsch ist, gibt es auch zahlreiche Zuchtformen in verschiedenen Farben (z.B. orange, orange-schwarz, schwarz, gelb-schwarz), Zeichnungsmuster und Flossenvarianten (z.B. Lyratail).

Schwertträger werden in der Regel 6-12 cm groß, wobei eines unserer Weibchen es damals sogar auf knapp 14 cm Länge geschafft hat und somit mehr als stattlich war. Empfohlen werden sie meist für Aquarien ab 80 cm, was wir persönlich jedoch als viel zu klein ansehen, denn Schwertträger können nicht nur sehr propper werden, sondern schwimmen auch gerne und viel und sind dabei nicht unbedingt langsam unterwegs. Das weitere ist, dass besonders die Männchen untereinander oft sehr ruppig bis aggressiv sein können und nur selten geht das für das unterlegene Tier gut aus. Daher würden wir sie nicht mehr unter 150 cm Kantenlänge pegen.

Was die Gruppenstärke betrifft, raten wir wenigstens 8 bis 10 Tiere mit immer mehr Weibchen als Männchen zu pegen – am besten im Verhältnis von einem Männchen auf drei Weibchen, denn die Herren sind ja doch sehr aufdringlich und so können sich die Damen abwechselnd auch ein wenig zurückziehen.

Die Einrichtung kann man auch im Aquarium durchaus naturnah gestalten, jedoch sollte man dennoch auf Schutz- und Rückzugsmöglichkeiten achten, denn anders als in der Natur können hier gestreßte bzw. stark bedrängte Tiere nicht einfach mal ein paar Meter weiterschwimmen um etwas Ruhe zu nden. Bei uns hat sich daher viel freier Schwimmraum, eine dichte Randbepanzung als Rückzugsmöglichkeit sowie ein wenig Struktur bestens bewährt und zumindest stellenweise Schwimmpflanzen oder an der Wasseroberäche utende Pflanzen, was vorallem dem Nachwuchs sehr entgegenkommt. Dazu noch ein paar schöne Wurzeln, Äste und / oder Steine und gerne viel Laub, welches man vor dem Einbringen auch etwas wässern darf, damit keine zu großen pH Schwankungen gibt.

An die Wasserwerte stellen Schwertträger nicht allzu große Ansprüche. Mittelhartes bis hartes Wasser bei einem pH Wert von 7,5 bis 8,5 und einer Temperatur zwischen 23 und 28°C kam bei unseren stets gut an. Die Temperatur darf übrigens gerne im Tagesrhythmus ein wenig schwanken und sie lassen sich über den Sommer hinweg auch gut in passenden Gartenteiche halten. Da Schwertträger allerdings gut was wegfuttern und einen hervorragenden Stoffwechsel haben, empfehlen wir auf eine ausreichende Filterung zu achten. Gute Sauerstoffstättigung, etwas stärkere Strömung und klares, sauberes Wasser kommt desweiteren auf jedenfall gut an

Die Ernährung ist ebenfalls nicht sehr schwierig. Als omnivore Fische fressen sie alles was in das Mäulchen passt und auch wenn Fertigfutter gut angenommen wird, empfehlen wir neben viel frischem Algenaufwuchs auch regelmäßig Lebend- oder wenigstens Frostfutter in Form von Artemia, Daphnien, schwarze und weiße Mückenlarven, Moina und ähnlichem anzubieten. Das hält sie bei guter Kondition, fördert eine schöne, kräftige Färbung und sorgt für viel Beschäftigung.

Die Vergesellschaftung mit Schwertträgern bereitet normalerweise keine Probleme, solange die Beische ihnen nicht auf den Leib rücken. Gut geeignet sind diverse Salmler, Bärblinge, Harnisch- und Panzerwelse sowie nicht zu aggressive Buntbarsche, welche allesamt natürlich auch zu den Ansprüchen der Schwertträger passen sollten. Abstand nehmen wir jedoch von Flossenzupfern, denn gerade die langgezogenen Schwanzossen der Männchen wirken oft sehr anziehend. Mit Garnelen muß man gegebenenfalls einfach ausprobieren, denn pauschal kann man nicht beantworten, ob ein Zusammenleben klappt oder nicht, wobei allerdings immer damit zu rechnen ist, dass junge oder frisch geschlüpfte Garnelchen doch mal spurlos verschwinden. Mit viel feinedrigen Pflanzen wie unter anderem Hornkraut (Ceratophyllum demersum) und dicken Moospolstern klappte es mit Garnelen bei uns soweit recht gut und es kam immer etwas Nachwuchs hoch. Amanogarnelen dagegen wurden nie beachtet, aber eine Garantie können wir natürlich nicht geben.

Als lebendgebärende Zahnkarpfen vermehren sich Schwertträger ohne Zutun des Pegers mehr als gut. Je nach Temperatur und Nahrungsangebot entlässt ein Weibchen so alle 4-6 Wochen bis zu 150 fertig entwickelte Jungsche, welche sich besonders Anfangs meist nahe der Wasseroberäche aufhalten. Bei älteren, sehr großen Weibchen können es aber auch mal bis zu 250 Miniitzer sein. Zufüttern kann man sie gut mit Algenpulver wie Spirulina, Chlorella oder ähnlichem sowie feines Lebendfutter wie frisch geschlüpfte Artemianauplien, Mikrowürmchen und später Cyclops, Bosmiden und Moina.

Das Wachstum des Nachwuchses ist in der Regel sehr gut und man kann schon nach wenigen Wochen die Geschlechter unterscheiden. Zu erwähnen wäre, dass auch immer wieder Spätmännchen auftreten – also solche, welche eine lange Zeit wie Weibchen aussehen und erst sehr spät das typische Schwert und Gonopodium ausbilden. Solche Spätmännchen werden im Vergleich zu anderen Männchen deutlich größer und fülliger. Viele Experten diskutieren schon lange, ob Schwertträger ihr Geschlecht ändern können, doch soweit uns bekannnt, stellten sich jene Tiere eben als Spätmännchen heraus. Falls Du zu diesem Thema einen wissenschaftlichen Beleg haben solltest, würden wir uns freuen, wenn Du uns den Link dazu zukommen lassen würdest. Weiterhin bekommen ältere, sehr große Weibchen meist auch einen kleinen Ansatz eines Schwertes an der Schwanzosse, was schon oft zu Verwechslungen führte.

Im übrigen kann ein Schwertträger-Weibchen Samen speichern und so noch ein paar mal Junge austragen ohne dass ein Männchen vorhanden ist. Weiterhin ist die Vermittlung besonders von Farbmixe nicht immer einfach, da der Markt generell mit Schwertträger und Co. eh sehr übersättigt ist. Daher empfehlen wir, wenn keine festen Abnehmer vorhanden sind und nicht ausreichend Platz für den Nachwuchs vorhanden ist, dann lieber auf eine Weibchen-WG zu setzen, welche in noch keinem Kontakt mit Männchen waren.

Zu guter letzt raten wir von einer Vergesellschaftung mit Platys (Xiphophorus maculatus und Xiphophorus variatus) ab, denn diese sind den Schwertträgern recht ähnlich und kreutzen sich untereinander, was Hybriden zur Folge hat und bitte überlege Dir eine Anschaffung von Männchen mit extrem verlängertem Gonopodium, denn solche sind meist nicht in der Lage ein Weibchen zu begatten und können ihren Begattungsdrang somit nicht ausleben.

Anbei noch eine kleine Slideshow. Leider haben wir nur noch ein paar sehr alte Fotos gespeichert, doch sollten wir mal wieder Schwertträger pegen, ersetzen wir die Bilder natürlich umgehend. Danke

Aquabits.de
Aquabits.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert