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Spirulina platensis · Spirulinaalgen

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Spirulina platensis, im deutschen Spirulinaalge, Mikroalge oder Korkenzieheralge genannt, ist jedoch keine Alge im eigentlichen Sinne, sondern zählt zu den Cyanobakterien (früher als Blaualgen bezeichnet) und hat ihren Namen der Spiralform zu verdanken.

Schon seit langer Zeit ist Spirulina ein überaus geschätztes Nahrungsergänzungsmittel der Menschheit, da es viele positive Eigenschaften mit sich bringt – nicht umsonst wird es als „Ginseng des Wassers“ beschrieben und beweist somit, dass Blaualgen resp. Cyanobakterien nicht grundsätzlich giftig sein müssen.

In der Natur trifft man dieses Bakterium häug in stark alkalischen (pH-Wert 9-11), achen subtropischen und tropischen Gewässern an, welche zumeist auch einen hohen Salzgehalt aufweisen. Die Vorkommen liegen vorrangig in Mittelamerika, in Ost- und Zentralafrika sowie in Südostasien.

Spirulina ist reich an Kalzium, Magnesium, Eisen und Jod, wenn auch bei letzterem nicht ganz soviel als bei Meeresalgen und es enthält zudem noch alle essentiellen Aminosäuren, diverse natürliche Vitamine inklusive B-Vitamine sowie Beta-Carotin.

Zusammensetzung, abhängig der Herkunft und Kultur:

  • Proteine 55–67 %
  • Kohlenhydrate 10–19%
  • Fette 7–15%
  • Mineralstoffe 5–9%

Die Kultur erfolgt aufgrund der inzwischen doch recht hohen Nachfrage in großen Aquafarmen. Nach der Ernte erfolgt die Trocknung unter dem natürlichen Sonnenlicht, aber auch durch Heißluft. Anschließend wird die Masse zu Tabletten gepresst, in Kapseln abgefüllt oder zu Pulver verarbeitet.

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Die Spirulinaalge ist aber nicht nur für den Menschen interessant, sondern ist auch im Tierbereich wie unter anderem in der Aquaristik ein überaus beliebtes Futtermittel. Da die Zellwände nicht aus Zellulose bestehen, kann Spirulina gut verdaut und die Nährstoffe damit nahezu vollständig verwertet werden. So ist es nicht nur ein hochwertiger und bekömmlicher Bestandteil der Ernährung, sondern auch ein ganz toller Leckerbissen und fördert auch noch eine gute Färbung / Pigmentierung.

Verwendung ndet Spirulina vorallem bei herbivoren (pflanzenfressenden) und limnivoren (aufwuchsfressenden) Fischen, Garnelen und Schnecken. Viele Fertigfuttersorten beinhalten zu gewissen Prozentzahlen Spirulinaalgen, man kann es aber auch einzeln als Pulver, Sticks oder Chips erwerben.

Zur Dosierung des Pulvers kann man jedoch schlecht einen Rat geben, da dies auf die Art und Menge des Besatzes darauf an kommt. In Garnelenbecken zum Beispiel reicht meist eine kleine Brise oder Messerspitze aus und darf durchaus regelmäßig verabreicht werden. Wir empfehlen deshalb sich langsam an die Menge heranzutasten, welche innerhalb kurzer Zeit gefressen wird, denn liegen gebliebenes Futter kann, wie sonst auch, die Wasserwerte verschlechtern und eine Bakterienblüte bzw. hohe Keimdichte mit starker Sauerstoffzehrung verursachen.

Das Pulver kann einfach auf die Wasseroberäche gestreut werden oder man mischt es einfach vorab mit etwas Wasser an und gibt das Ganze in die Filterströmung, wodurch es sich schneller überall im Aquarium verteilt .

Es spricht aber auch nichts dagegen einen feuchten Stein, ein Wurzelstück, eine Tonröhre oder auch dünne Bucherundstäbe damit zu bepinseln (siehe Algensteine (http://aquabits.de/algensteine-variante1/)) und diese, nachdem die Paste angetrocknet ist, in das Aquarium zu geben. In der Regel kann man nun gut beobachten wie sich die verschiedenen Pflanzen- und Aufwuchsfresser, aber auch so manche Allesfresse um den leckeren Belag fast kloppen.

Da geht aber noch mehr…

Man kann eigene Futtermischungen und Frostfutter mit Spirulina verfeinern sowie auch Artemia, Wasseröhe (Daphnia, Moina) und Mikrowürmchen damit füttern, wodurch deren Nährwert erheblich gesteigert wird.

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Im übrigen ist gut zu wissen, dass Spirulina den Farbstoff Myxoxanthophyll (ein sauerstoffhaltiges Carotinoid) aufweist, welcher der Grund dafür ist, dass sich Spirulina beim zersetzen ins rötliche oder violette verfärbt.

Darüber haben sich viele bestimmt schon mal gewundert, warum Spirulina im Aquarium plötzlich nicht mehr die typische grün-blaue Farbe aufwies, nachdem etwas zuviel gefüttert wurde und dadurch einiges übrig blieb…

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Timo
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