Sitzbretter und Schaukeln für Sittiche

Korkbrettchen für SitticheSitzbrettchen und Schaukeln sind für Sittiche und andere Vögel sehr wichtig. Dabei sollte man viel Wert darauf legen, daß alles möglichst natürlich ist sowie verschiedene Stärken und Strukturen aufweist, damit die kleinen Füßchen stets unterschiedlich belastet oder auch durch weichere Materialien entlastet werden und es somit keine Fehlstellungen, schwache Beinmuskulaturen oder schmerzhafte Entzündungen gibt.

Im Handel gibt es zwar viele Sachen, doch nicht alles wirklich geeignet und je nachdem wieviel man benötigt, kann man auch ein kleines Vermögen dafür ausgeben. Aus diesem Grund basteln wir die meisten Sitzgelegenheiten selbst und damit schön Abwechslung reinkommt, haben wir auch verschiedene Arten zusammengestellt. Dazu braucht es auch kein großes handwerkliches Geschick, denn es ist echt nicht schwer, macht Spaß und man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen.

Als Materialien eignen sich sehr gut verschiedene Hölzer – vorallem von diversen Obstbäumen, Buche und so weiter, welche natürlich harzfrei sowie ungespritzt und unbehandelt sein sollten. Vieles kann man zwar auch frisch verwenden, wir jedoch lassen die Sachen erstmal gut durchtrocknen, da sie sich dann leichter bearbeiten lassen. Scharfe Ecken und Kanten werden anschließend mit einem Schleifpapier entschärft und zum befestigen benutzen wir geflochtene Baumwollseile und Edelstahlschrauben bzw. Edelstahlhaken. Verzinkte Materialien verwenden wir ausschließlich nur dort, wo die Vögel nicht hinkommen, da diese nicht ganz unbedenklich sind, wenn die kleinen Racker laufend daran knabbern würden. Möchte man etwas Farbe ins Spiel bringen, so eignen sich verschiedene Lebensmittelfarben und damit Holzbrettchen und Co. gegen Kot unempfindlicher sind, kann man diese noch mit reinem Pflanzenöl dünn einreiben.


Soweit, so gut – also legen wir los…

  • einfache Schaukel

Eine ganze Sammlung an verschiedenen Schaukeln und Sitzstangen aus Naturästen in U-Form haben wir inzwischen angelegt, da natürlich jeder unserer Racker ein Teil für sich möchte, sie unwahrscheinlich gern dran knabbern und wenn eine mal verdreckt ist, wird das einfach gegen ein neues ausgetauscht, so daß wir Zeit für die Reinigung haben.

Materialliste:

  • durchgetrocknete Naturäste z.B. von Buche, Haselnuß o.ä.
  • Holzdübel
  • eine kleine Säge oder eine Astschere
  • einen Holzbohrer
  • Schleifpapier
  • Befestigungsmaterial

Wir haben uns verschieden große Äste zurechtgeschnitten und die Kanten mit einem feinem Schleifpapier glatt geschliffen. Die beiden Äste an denen die Befestigungen dran kommen, haben wir dabei immer so gut es ging gleich lang abgemessen. Bei den Teilen die als Schaukel dienen, achteten wir darauf daß die Vögel auch sicher aufrecht drauf sitzen können, nicht daß sie noch einen Buckel bekommen.

Anschließend wurden die ganzen Teile miteinander verbunden und dazu nehmen wir Holzdübel zur Hand, für die wir passende Löcher in die Äste bohren. Gut sehen kannst Du das am zweiten Foto unten. Sind die Löcher recht knapp gebohrt, so halten die Dübel problemlos von alleine ganz ohne Leim oder Verschraubung.

Für die Befestigung kommt es jetzt darauf an, wie Du die Sachen im Käfig bzw. in der Voliere anbringen möchtest. Bei den Schaukeln haben wir einfach kleine Edelstahlhaken verwendet, wodurch sich das Ganze einfach am Gitterdach einhängen lässt. Im übrigen lieben unsere Racker auch Schaukeln unterhalb von Sitzbrettchen und dazu befestigen wir an der Unterseite der Bretter kleine O-Haken in denen sich die Schaukeln einhängen lassen. Die Teile, welche als feststehende Sitzstangen genutzt werden, haben wir mit Edelstahlstockschrauben, -beilagscheiben und -flügelmuttern am Gitter befestigt.

Schaukel für Sittiche Schaukel für Sittiche Schaukel für Sittiche


  • große Schaukel mit Holzklötzchen

Unsere Sittiche lieben Schaukeln in den verschiedensten Ausführungen, mit oder ohne Spielzeug oder Knabberzeugs dran und so haben sie auch eine große Schaukel in der Voliere auf die auch mal mehrere Vögel gleichzeitig passen, denn so ab und an kuscheln sie ja auch mal ganz gern.

Materialliste:

  • durchgetrockneten Naturast z.B. von Buche, Haselnuß o.ä.
  • eine kleine Säge oder Astschere
  • einen kleinen Holzbohrer
  • Schleifpapier
  • etwas Seil
  • nach Belieben ein paar Holzteile wie Kugeln, Ringe usw.

Zuerst bereiteten wir uns den Ast vor. Dazu haben wir ein recht gut gebogenes Teil verwendet, denn es soll ja für die Vogelfüßlein auch mal etwas Abwechslung sein – man kann aber natürlich auch ein gerades Stück nehmen. Je nach Platz den Ast entsprechend kürzen und die Kanten wieder mit einem feinen Schleifpapier entschärfen.

Zum Aufhängen haben wir uns für ein eng geflochtenes unbehandeltes Baumwollseil ohne Seele (Einlage) entschieden und vor der Verwendung mit blankem Leitungswasser gewaschen, um ggf. vorhandene Schadstoffe zu entfernen die bei der Produktion entstehen können. Gedrehtes Baumwollseil ginge natürlich auch, allerdings reisst das schneller, franst schneller aus und die Vögel können sich leichter mit den Krallen darin verheddern. Sisal, Hanf und noch eine Menge weiterer Seilarten gingen auch, doch halten die ebenfalls oft nicht so lange und besitzen dazu noch recht harte Fasern, die den Kropf der Vögel reizen könnten.

Kleiner Hinweis noch…
Sollte ein Seil mal etwas ausfransen bzw. man merkt, daß ein Vogel die Fasern schluckt, dann bitte unbedingt die betreffenden Stellen zurückschneiden, die Stellen mit Holzklötzchen verbauen oder lieber ganz auf Seile verzichten, denn es könnten Verdauungsprobleme oder gar Kropfverstopfungen auftreten, die sich nur operativ entfernen lassen. Viele verwenden oder empfehlen statt Seil auch Gliederketten, die wir allerdings auch als recht gefährlich einstufen, denn zum einen ist hier auch nicht jedes Material geeignet, die Vögel können zwischen den einzelnen Gliedern schnell mit ihren Zehen oder mit ihrem Schnabel hängen bleiben und sie dann daraus zu befreien ist doch recht schwierig. Deshalb verwenden wir lieber wie schon erwähnt eng geflochtenes, unbehandeltes Baumwollseil ab 5 mm Stärke ohne Einlage – da es sich dann waschen lässt – und entfernen Fransen umgehend.

Machen wir weiter… vom Seil haben wir uns zwei etwa gleich lange Stücke abgeschnitten, die etwas länger sind als die Schaukel hängen soll, denn wir müssen es ja auch noch verknoten können. Anschließend haben wir in den Ast an beiden Enden je ein Loch gebohrt, welche etwas schmaler als das Seil sind und dann das Seil durchgefädelt. Je eine kleine Holzkugel von unten aufgesteckt und dann fest verknotet. Von oben wurden noch ein paar Holzteile zum Spielen und Knabbern hinzugefügt, dazu noch je zwei Knoten damit die Vögel etwas mehr Halt finden und zum Schluß die oberen Enden durch das Gitterdach gefädelt und verknotet.

Schaukel für Sittiche


  • Korksitzbrettchen

Sitzbrettchen aus Korkrinden sind sehr einfach herzustellen, dauert dabei auch nicht lange und sie bieten den Vögeln eine ganze Menge. Durch die unterschiedliche und recht weiche Struktur werden die Füße sehr gut trainiert und die Vögel können sich bestens damit beschäftigen – manche schreddern die Korkrinden liebend gern, weshalb es von Vorteil ist, man baut sich gleich ein paar Ersatzbrettchen.

Materialliste:

  • saubere, unbehandelte, durchgetrocknete Korkrinden
  • eine kleine Säge
  • nach Bedarf evtl. auch ein Cuttermesser
  • einen kleinen Holzbohrer
  • Befestigungsmaterial

Für unseren Bedarf haben wir verschiedene Korkrindenstücke vorbereitet – lange, schmale und kurze, breite Stücke. Mit einer kleinen Gärungssäge geht das ratzfatz, aber auch ein Cutter tut hier leicht seinen Dienst. Das war dann eigentlich schon der aufwändigste Teil der ganzen Sache. Abgebröckelte Stücke können im übrigen auch super in Schredderkisten verwendet werden – daher wirf die nicht gleich weg!

Zur Befestigung eignen sich Kabelbinder, Edelstahlstockschrauben mit -flügelmuttern, Edelstahlhaken oder wie in unserem Fall je Sitzbrett zwei einfache Schrauben plus vier Beilagscheiben – je Schraube zwei und zwar eine innerhalb vom Käfiggitter und eine außerhalb. Wie schon erwähnt, können verzinkte Materialien gesundheitsschädlich sein, da aber unsere Korkbrettchen dick genug sind und zudem an der hinteren Volierenseite zur Zimmerwand montiert werden, kommen unsere Racker selbst beim Freiflug erst gar nicht dran und so reicht das eben auch aus. Natürlich passen wir aber auch gut auf und tauschen die Rinden aus, sobald etwas abbricht oder die Vögel sie schon so zerschreddert haben, daß die Schrauben vorstehen würden. Mit einem kleinen Holzbohrer haben wir Löcher für die Befestigung in die Korkrinden gebohrt, damit sich die Schrauben viel besser eindrehen lassen.

Jetzt nur noch die Brettchen im Käfig bzw. in der Voliere befestigen und das war es dann auch schon.

Korkbrettchen für Sittiche Korkbrettchen für Sittiche


  • Sitzbrettchen mit Anflugstange, Naschnapf und Hirsenhalter

Mit diesem Sitzbrettchen wird es schon etwas aufwändiger, dennoch aber nicht zu schwer und auf jedenfall gibt es damit immer wieder Abwechslung im Vogelleben, denn man kann es nach Lust und Laune befüllen und bestücken – hauptsache den Rackern schmeckts, schadet ihnen nicht und können sich damit lange beschäftigen.

Materialliste:

  • ein fertiges Sitzbrettchen oder ein Holzbrett zum selber zurechtschneiden
  • daumendicke Aststücke und eine dünne Scheibe eines kleinen Stammes
  • Holzdübel
  • Holzbohrer
  • Schleifpapier
  • Befestigungsmaterial
  • Pflanzenöl

Und schon kann es wieder losgehen…

In unserem Fall haben wir einfach ein altes Sitzbrettchen verwendet – man kann sich aber auch leicht eines selber aus Birken-, Buchen- oder Fichtenholz (harzfrei!) o.ä. zurechtschneiden. Das Brettchen haben wir dann mit etwas reinem Pflanzenöl eingerieben, so daß es etwas unempfindlicher gegen Kot und so weiter ist. Dazu reicht ein guter Tropfen Öl auf einen sauberen Lappen und damit eben alle Stellen einreiben.

Als nächstes haben wir uns die Anflugstange vorgenommen. Dazu einen in der Länge passenden, etwa daumendicken Ast zurechtgeschnitten, wo wir rechts und links je ein Loch hineingebohrt haben, in die die Holzdübel gerade mal hineinpassen. Mit dem gleichen Bohrer dann vorne in das Sitzbrett ebenfalls zwei Löcher – die natürlich so gebohrt wurden, daß die Holzdübel mit dem Ast vom Abstand her hineinpassen. Bei der Lochtiefe und Dübellänge bitte aufpassen, daß zwischen Sitzbrett und Ast etwas Platz bleibt – wir haben da gut 1 cm Luft gelassen, so daß eben kein Vogel stecken bleiben kann.

Somit wär die Anflugstange fertig und wir machten mit dem Hirsenhalter weiter. Dazu haben wir wieder ein Aststück genommen, welcher nicht ganz so lang ist wie die Vögel groß sind – sie sollen ja schließlich auch an die Hirsen ran kommen und sich doch dabei etwas strecken müssen. Wie immer haben wir auch hier die geschnittenen / gesägten Kanten mit Schleifpapier entschärft und anschließend an einer Schnittkante ein Loch gebohrt wo wieder ein Holzdübel eingesetzt wurde. Damit der Ast nun am Sitzbrett hält, braucht es auch hier noch ein Loch, wo das andere Ende des Holzdübels hineingesteckt wird. Jetzt brauchten wir noch ein Loch, damit der Ast 1-2-3 Hirsen halten kann. Dazu nahmen wir unseren dünnsten Holzbohrer und bohrten von oben so tief es ging rein und somit war der Hirsenhalter auch schon fertig.

Weiter ging es mit dem Naschnapf. Hier kann man gut diverse Leckereien einfüllen oder aber auch Grit, Mineralien und so weiter. Dazu nahmen wir eine etwa 1 cm dicke Holzscheibe im Durchmesser von etwa 5-6 cm. In diese Holzscheibe ein größeres Loch bohren – das geht sehr gut mit einem sogenannten Lochbohrer oder auch mit normalen Holzbohrern, die halt dann mehrmals angesetzt werden. Mindestens an einer Stelle der Holzscheibe sollte soviel Rand bleiben, damit ein Holzdübel durchpasst – siehe dazu das dritte Foto unten. In das Sitzbrett entsprechend wieder ein Loch bohren, so daß der Napf mit dem Holzdübel gut am Brett hält.

Die Befestigung im Käfig oder in der Voliere erfolgt wie beim Korkbrett auch zum Beispiel mit Stockschrauben und Flügelmuttern aus Edelstahl und Beilagscheiben aus Holz oder dergleichen. Auch hier wieder unser Hinweis Vorsicht bei verzinkten Schrauben etc. walten zu lassen, wenn die Vögel die Möglichkeit haben daran rumzuknabbern – dann eben lieber auf Nummer sicher gehen und Edelstahl verwenden!

Sitzbrett mit Naschgelegenheit für Sittiche Sitzbrett mit Naschgelegenheit für Sittiche Sitzbrett mit Naschgelegenheit für Sittiche Sitzbrett mit Naschgelegenheit für Sittiche Sitzbrett mit Naschgelegenheit für Sittiche

Wenn Dir der Hirsehalter gefällt, dann schau doch auch mal hier vorbei › Hirsenbäume für Sittiche


  • Sitzleiste mit Holzstiften

Diese Sitzleiste ist auch wieder recht schnell gebastelt und bietet viel Abwechslung. Statt einer schmalen, geraden Leiste – so wie wir sie gebaut haben, kann man auch etwas breitere Bretter nehmen, schöne Schwunglinien mit einer Stichsäge anfertigen und auch übers Eck montieren.

Materialliste:

  • unbehandeltes Holzbrett / Holzleiste
  • kleine Holzscheiben 1-2 cm dick
  • kurze Aststücke
  • Holzdübel
  • Holzbohrer
  • Schleifpapier
  • Befestigungsmaterial
  • Pflanzenöl

Hierfür haben wir von einem alten Rollrost ein paar Latten entfernt, zurechtgeschnitten und rundum mit Schmiergelpapier abgeschliffen. Als nächstes einen Ast in verschiedene Längen gesägt, die an der Leiste befestigt wurden und rate mal mit was wir die befestigt haben… na klar – wieder mit unseren so beliebten Holzdübeln. Anschließend haben wir mit einem Lochbohrer zwei verschieden große Kreise aus einer der Latten geschnitten und ebenfalls mit Holzdübeln an zwei Aststücken befestigt. An denen können die Vögel knabbern, können darauf balancieren und was ihnen halt noch so alles einfällt. Je nach Lust und Laune kann man auch mal eine Hirse, einen Keks oder sonst was an den Aststücken z.B. mit einem Leinenband befestigen und so sieht das nun aus…

Sitzleiste mit Holzstiften für Sittiche


Ja und das war es dann auch erstmal schon. Mehr gibt es demnächst in einem weiteren Bericht und derweil wünschen wir Dir genauso viel Spaß am basteln, wie wir ihn haben. Denke aber bitte daran, nur Dinge zu verwenden, die den Vögeln nicht schaden und daß sie sich nicht daran verletzen können.

Was die Holzdübel betrifft, arbeite hier wirklich sorgfältig, damit die schön fest sitzen, so daß kein Leim benötigt wird, der ebenfalls schädlich sein kann, wenn die Vögel ran kämen und daran knabbern würden. Der Vorteil dabei ist weiterhin, daß die Teile schnell auseinandergenommen werden können, z.B. zur Reinigung oder falls sich doch wer mal wo eingeklemmt hat.

Danke